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Werbung, Frauen, Werbung

Da bräuchte selbst Don Draper erst mal nen Schnaps:

Richtig: Werbung ist überall – und oft ziemlich grauslig. Das ist nicht erst so, seit es Axe gibt, aber es wird, wenn man Werbewirkungsforscherin und Feministin Jean Kilbourne glaubt, immer schlimmer. Seit Jahrzehnten befasst sie sich mit dem Bild der Frau in der Werbung, ihre vielfach ausgezeichnete Dokumentation „Killing us Softly“ ist nun in einer aktualisierten vierten Version erschienen.

Women and Advertising from Hienz on Vimeo.

Spannend, aufschlussreich und immer noch, immer wieder, sehr sehr relevant. Allen, die sich noch ausführlicher retrogruseln wollen, seien die Top 48 Ads that would never be allowed today ans Herz gelegt – Frauen ermorden, Afroamerikanerkinder weißbleichen und Bier und Zigaretten zur Säuglingspflege einzusetzen scheinen vor nicht allzu langer Zeit wirklich hervorragende Denkanstöße gewesen zu sein.

via: Netzfeuilleton

1 Kommentar

  1. Ich weiss nicht, ob ich Mrs. Kilbourne zustimme wenn sie sagt, die Darstellung von Frauen in der Werbung sei in den letzten 40 Jahren noch schlimmer geworden: gerade die richtigen „Klopper“ unter den Vintage-Plakaten aus den 50ern und 60ern bedienen schließlich Geschlechterclichés, die in solch einer Form heute so gut wie kaum noch existieren.

    Ich würde eher sagen, der Fokus hat sich verlagert, und die Werbung ist um einiges subtiler (und dadurch auch gefährlicher) geworden: zielten die alten Plakate noch eher darauf ab, den Stereotyp des unterwürfigen Hausweibchens zu propagieren, so geht es heute doch primär darum, der weiblichen Zielgruppe einzureden, sie brauche alle möglichen Produkte, um dem unmöglichen Schönheitsideal gerecht zu werden. Sicher, ab und an gibt es auch noch Spots oder Poster, die Männlichkeit schlichtweg als „nicht weiblich“ definieren – aber dies hat in den letzten Jahrzehnten doch eher ab- als zugenommen, oder?