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Kamingespräch mit einer Domina – Teil 3

Den Anfang verpasst? Hier geht´s zu Teil 1 und Teil 2 vom Kamingespräch mit einer Domina

Was sind das für Männer, die sich für Geld dominieren lassen wollen?

Eins vorweg: das Klischee vom Managertypen stimmt. Es sind vor allem Chefs und Selbstständige, die mal die Verantwortung abgeben und so richtig tabulos sein wollen; aber es gibt auch Ausnahmen: Ingrid erzählt von einem 23jährigen Baggerfahrer aus Salzburg, der jedes mal auf ein Treffen hinsparen muss.

Was passiert, wenn man einen Kunden auf der Straße wiedertrifft?
Das passiert Ingrid kaum, sie geht wenig raus, mag „diese vielen Menschen nicht so“. Aber sie ist fest davon überzeugt dass jeder Politiker entweder zu einer Nutte oder Domina geht.

Im Gespräch mit einem neuen Gast findet Ingrid zunächst einmal heraus, was dieser sich wünscht. Manche wollen sich einfach die Augen verbinden und fesseln lassen, die verruchte Atmosphäre im Studio genießen, in eine Welt eintauchen, die anders ist als daheim oder beispielsweise im Bordell; ebenfalls eher harmloserer Gangart sind Männer die Crossdressing ausprobieren wollen, also sich als Frau kleiden, von Ingrid geschminkt und anschließend bewundert werden wollen: „Da kommt dann dieser Bezirksvorsteher mit Wamperl und Strumpffetisch und du musst ihm sagen wie schön er doch ist“. Ingrid erzählt von einem Gast mit Strickfetisch, ihre Sklavin musste sich mitten im Sommer komplett mit von ihm Selbstgestrickten bekleiden – „die Arme hat natürlich irrsinnig geschwitzt“. Ähnlich angenehm ist wohl der Regenmantelfetisch, den ein anderer Kunde hat.
Ein Gast um die 35 dagegen wird gern gewickelt; eine Freundin von Ingrid spielt bei Sitzungen mit ihm die „Frau Doktor“, er hat Bauchweh, bekommt dann ein Zapferl und wird gewickelt, das ist nicht immer appetitlich – „ein guter Magen zahlt sich aus in dem Job.“ Ingrid gibt zu: „Ich mach viel, was mir nicht Lust macht“. Ja, es laugt sie aus – aber andererseits: welcher Job tut das nicht? Sie erzählt von einem Freund in der Werbebranche, der ihr immer sagt „ich prostituier mich viel mehr al du!“

Was war Ingrids extremster Fall?

Einmal hat sich ein Fleischer aus Innsbruck ein Schlachtungsrital gewünscht: grunzend wie ein Schwein hopst er also durchs Studio, wo er eingefangen an die Wand fixiert wird, mit einem Skalpell muss Ingrid ihn ritzen und bedrohen: „Jetzt wirst du abgestochen, du Sau!“ Bei der Erinnerung lacht sie immer noch Tränen.

Wo liegen Ingrids persönliche Schmerzgrenzen, wo hört der Spaß auf?
„Alles was mit Kastrieren zu tun hat, oder den Penis längs mit einem Skalpell aufschneiden“ – dann erzählt sie von einer Kollegin, die auf der Straße von einem Mann angesprochen wurde: er wollte, dass sie ihn von einer Brücke stürzt, 500 000 Schilling (über 36.000 Euro) hat er ihr dafür geboten. Ein Geldbetrag, der einen schon mal ins Überlegen bringen könnte…

Woher kommen solche Triebe?

Früher hat Ingrid sich damit viel befasst, viel gelesen, sich informiert. Studien haben alles erforscht und nicht viel mehr rausgefunden, als dass es keine fixen Gründe gibt: „Du kannst es nicht belegen, und vielleicht ist das auch gut so“. Als grundsätzlicher Auslösefaktor gilt allerdings fast immer die Mutter: die erste dominante Frau im Leben jedes Menschen scheint eine Schlüsselrolle zu spielen. Sie selbst hat als Kind gern mit den Cousins Indianer und Sklavin gespielt, am Baum festgebunden zu werden hat ihr schon früh gefallen. „Es schlummern viele Fantasien in den Menschen, manche leben sie aus, manche nicht.“

Eines der absoluten Basics ist anscheinend Natursekt: „Das will fast jeder“ – ein Mathematiklehrer ruft Ingrid oft an und fragt „hast du ein gutes Lulu für mich?“. Es ist eben eines dieser Dinge, die Männer sich von Ingrid wünschen, weil sie sie zuhause nicht bekommen – „ein absolutes Tabu, dabei wärs so einfach“.

Ingrids Tips für mehr Verruchtheit im Alltag – in Teil 4!

2 Kommentare

  1. Also, dass jeder Politiker entweder zu einer Nutte oder Domina geht, halte ich für übertrieben und auch schwer belegbar. Ich denke aber schon, dass es eine deutlich höhere Nachfrage nach verruchtem Sex gibt, als es jeder Einzelne von sich einräumen würde. Und warum? Weil es immer noch als verrucht, als schmutzig und als pervers gilt. Jedenfalls so lange man nicht vor dem Web sitzt und all seine verleugneten Fantasien bedienen lässt. Um so wichtiger finde ich Menschen, die auch öffentlich darüber sprechen. Dieser Beitrag ist ein gutes Beispiel. Danke!

    Mfg
    maja

  2. Pingback: Ratlos: keine Gründe für die Lust an der Unterwerfung? - casual dating