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Würgereiz beim Zeitschriftenbashing

Standarddebatte in der Feigenblatt-Redaktion.

Chefredakteur Braun so: „Boah Frauenzeitschriften sind sowas von scheiße, lest das bloß nicht, das frisst ja eure Gehirnzellen auf.“
Rezensionista Resi: „Naja dann ist es ja schon erstaunlich, dass ich es anscheinend trotzdem hinkriege, ein geisteswissenschaftliches Doppelstudium abzuschließen.“

Und das, OBWOHL ich Frauenzeitschriften lese. Und zwar nicht zu knapp. Und es kommt noch schlimmer: ich SCHREIBE sogar für manche von ihnen. Und nicht nur deswegen finde ich den gerade vielerorts für den heiligen Gral befundenen TAZ-Artikel Faschismus auf Hochglanzpapier einigermaßen öde. Denn ja: wenn es wieder mal darum geht, wer so für allseits beliebte Reizvokabeln wie „den Beauty-Wahn“, „die Pornografisierung“ oder „die Teenie-Magersucht“ et al. verantwortlich ist, zeigt es sich schnell mit dem Finger auf dünne Models auf glänzenden Seiten. Dass vielleicht ein bisschen mehr dahinter stecken könnte, als Magazine, die zu kaufen, geschweige denn zu lesen, nun wahrlich ja niemand gezwungen wird, und auch genug MENSCHEN sich manchmal einfach nur so ganz gepflegt beschissen fühlen (wollen), wird da leicht unter den Tisch fallen gelassen. Darüber könnte man jetzt ´ne Diplomarbeit schreiben (was- oh Moment- ich auch gerade tue) – einen von hundert trilliarden anderen Gründen gibt es hier.

Ich hab besagte zitierte Jolie vor ein paar Wochen auch gelesen (zum Spaß! Im Schwimmbad! Mit Pommes!), und musste beim Thema „Was uns Sorgen macht“ ebenfalls laut auflachen. Der ansonsten stark ironisierte Blowjob-Guide allerdings, über den man sich nun ja so wunderbar echauffieren kann, ist beispielsweise von Birgit Querengässer geschrieben. Der wunderbaren, smarten und zutiefst zynischen Frau Querengässer, deren satirischen Sexratgeber „Die Feine Art des Vögelns“ ich bedenkenlos zum Standardwerk für jeden koital ambitionierten Haushalt erheben würde, und die selbstredend auch ihren Blowjob-Guide nicht ohne Augenzwinkern verfasst hat.

Solche Feinheiten überlesen sich natürlich leicht in der Metadebatte, in der es wie so oft nur darum geht, dass sich jemand mit-aufregt, weil sich mal wieder jemand aufregt. Alle anderen, die die kritische und eloquente Auseinandersetzung mit dem zeitnössischen Medienprodukt suchen, kann ich an dieser Stelle in richtung englischsprachige Blogs verweisen. Allen voran The Vagenda, aber auch Feministing, Jezebel oder Nerve tragen Tag für Tag so viel Reflektierteres zu dieser Debatte bei, als das eben beschriebene „Wer das liest ist doof“.

Denn nein, Frauenzeitschriften sind nicht per se doof und blöd und gemein und scheiße, es gibt da sehr große Unterschiede und Abstufungen, ja, es gibt eine ganze Riege von unglaublich talentierten Autorinnen, die neben Büchern und Artikeln für „echte“ „seriöse“ Tageszeitungen und „echte“ „okaye“ Blogs auch für so „blöde“ Frauenzeitschriften schreiben. Meike Winnemuth anyone? Susanne Kaloff? Kerstin Weng? Äh….ich?

Denn was beim generalisierenden Meta-Rummotzen gern ignoriert wird: die Aussage „Frauenzeitschriften sind voll blöd“ ist eine zutiefst gegenderte. Auch darüber könnte man zumindest eine Bachelorarbeit schreiben, oh, moment, richtig: hab ich ja längst gemacht. Ein Einser, übrigens – und das, obwohl ich mir das Zeug reinziehe, seit ich 15 bin. Und, oh Wunder, mich manchmal trotzdem noch über andere Themen unterhalten kann als frisch lackierte Fingernägel. So, über was wollen wir als nächstes streiten – Männerzeitschriften vielleicht?

28 Kommentare

  1. Um der redaktionsinternen Debatte auch noch etwas hinzuzufügen: Ich finde den taz-Artikel auch doof. Und ja, ich blättere auch gern in Frauenzeitschriften und finde sie manchmal interessant, manchmal ärgerlich, aber fast immer unterhaltsam.
    Man kann ja nicht immer nur die Zeit lesen.

  2. Die Zeit, vor allem…

    Oder doch die Emma? Ich glaube am Klügsten wäre es, wenn wir alle nur noch FEIGENBLATT lesen würden.

  3. Ich kenne auch Menschen, die lesen die Bildzeitung zur Unterhaltung und Belustigung, aber dass macht die BILD nicht weniger schlecht, populistisch und unseriös.

    Und über Männerzeitschriften zu streiten und nicht möglich. Ein Streit erfordert eine Gegenposition, und niemande würde ernsthaft Männerzeitschriften verteidigen. Oder war das nur Beißreflex?

  4. Ihr Beitrag klingt ziemlich beleidigt! Schön, wenn Sie bei der Lektüre auch mal lachen können. Leider sind die Zeitschriften nicht vorrangig dazu gemacht. Sie sind dazu gemacht, Frauen zum Weinen zu bringen, weil sie dick, Single und nicht Top-Managerin mit nude-lackierten Fußnägeln und drei Kindern sind. Es ist nicht witzig, den Frauen den ganzen Tag zu erzählen, wie sie sein sollen, wie sie reagieren sollen, wie sie fühlen sollen. Jolie, Freundin etc. liegen auf meiner Arbeit im Pausenraum und nach 3 Seiten lege ich sie immer wieder weg. Sie mögen Frauenzeitschriften? Das ist ok. Dann sind Sie sicher dünn, erfolgreich und glücklich verliebt. Sonst würden Sie es zum Kotzen finden, den Ansprüchen von Leuten wie Ihnen (Sie schreiben ja auch, wie Sie sagten) genügen zu sollen.

  5. Ein (einmaliger) Gast 23. Juli 2012 um 10:23

    Hm, da hat jemand mit Vorzug die Selbstbewusstseins-Guides studiert, kann das sein?
    Bin etwas enttäuscht darüber, was sich hinter diesem Artikel nun tatsächlich verbirgt, nachdem der Link schon extra von Bildblog empfohlen wurde.

    Der originale Artikel war ein ganz netter Kommentar, der zugegebenermaßen relativ einseitig war, und auch keine neuen Erkenntnisse hervorgebracht hat. Aber diese Erkenntnisse fehlen hier auch, denn es ist ja wohl kein gutes Argument, zu sagen, dass Männerzeitschriften auch behämmert sind (Sind sie), denn das klingt nur wie „Die dürfen das aber auch!“.
    Genausowenig gilt das für den angeblichen Sachverhalt, dass die Autorinnen, die dort dumme Kommentare abgeben, bei anderen Gelegenheiten oder sogar Themen auch mal helle Momente haben, und dann journalistisch gute Artikel abliefern.
    Danach hat aber niemand gefragt, denn das ist irrelevant, wenn man nur über diesen einen Artikel in der Zeitschrift vor einem verfügt.
    Dieser angebliche „Mehrwert“, der da nämlich angeblich irgendwo dahintersteckt, ist leider nirgendwo beschrieben, sodass man ihn auch nicht nachvollziehen, geschweige denn anerkennen kann. Eine verpasste Gelegenheit, wie ich finde, denn so bleibt mir nur zu sagen: Ironisch über Blowjobs zu schreiben ist vermutlich kein großes Talent, wenn die Zielgruppe eine Stange voller gackernder Hühner ist. Kunst kommt von Können, und die Kunst an Ironie ist es, demjenigen, der sie sucht, auch als solche aufzufallen. Es stellt sich also die Frage, ob die zitierte Autorin tatsächlich so brillant ironisiert, denn auch mir wäre das besagte Augenzwinkern wohl erst einmal entgangen. In einem „Guide“ (!) ist mit soetwas auch nicht wirklich zu rechnen, aber das nur nebenbei.
    Überhaupt ist es eine gewagte These, dass unmündige Menschen, die fremde Hilfe benötigen, um sich der Welt aus Pomp, Mode, Hungerkuren, Kuchenrezepten und Phallophobie zu befreien, genug Abstraktionsfähigkeit besitzen, derlei ironischen Subtext zu begreifen.

    Mit meinen 23 Jahren bin ich wahrscheinlich auch recht altbacken, wenn ich finde, dass in einen vernünftigen Haushalt genau gar kein Handbuch zum Thema Sex gehört. Dazu hat man einen Mund und einen Partner. Mit ersterem lässt sich dann auch weitaus wichtigeres vollbringen, als den Würgereiz zu unterdrücken, denn der Sex dürfte in einer intakten Beziehung auf gleicher Augenhöhe das kleinste Übel sein, es sei denn man hat keine echten Probleme, was unwahrscheinlich ist.
    Und wo „wir“ bei den echten Problemen sind: Ja, da ist sie wieder, diese Logik. „Es gäbe auch wichtigeres zu bereden.“ Das stimmt zwar, aber leider ist es gleichzeitig Unsinn. Das ewige Paradoxon der modernen, gloablisierten Medien. Würde man diesen Ansatz tatsächlich mal verfolgen, dürfte man bald über kaum noch etwas berichten, denn wenn wir (ja, wieder als kollektiv) mal ehrlich sind – es gibt größere Probleme als diese Zeitschriften oder das Stillen in der Öffentlichkeit. Aber irgendwie muss man etwas doch nicht nur deshalb ignorieren bzw. hinnehmen, weil es nicht „falsch genug“ ist. Immerhin ist falsch ein absoluter Zustand, da ist es schwer, eine sinnvolle Regelung für den Komparativ zu finden. „Was wirkt denn heute besonders falsch? Denn dagegen sollten wir vorgehen!“ wirkt nicht wie eine praktikable Maxime.
    Belassen wir es also dabei, dass es nicht das Schlechteste ist, wenn man sich zumindest noch für etwas interessiert. Und diese Idee von dem Prinzip, dass etwas nicht wirklich wichtig genug ist, sollte direkt begraben werden, immerhin beugt das dann auch Artikeln vor, deren Moral ist: „Solange Frauen anderswo noch erschlagen werden, ist die Beschneidungsdebatte in Deutschland unwichtig“, denn diese Logik funktioniert schließlich genauso. (Habe ich vor ein paar Tagen sinngemäß so in der FAZ gelesen.)
    Und sollte ein Artikel wirklich einmal sehr unwichtig gewesen sein, verläuft sich die öffentliche Diskussion ja Wohl oder Übel von alleine im Sande.

    Was in dem taz-Artikel allerdings wirklich nicht gesagt wird, worauf ich hier gehofft hatte, war, dass es diese „ekelhafte Photoshop-Welt“ mit ihren Guides zwar gibt – aber dass eine selbstbestimmte Frau letztlich auch einfach den Inhalt dieser Magazine reflektieren kann und sich dann entscheiden kann, ob sie die Ratschläge wirklich für sich umsetzen möchte. Wenn dann wirklich nur Müll in dieser Zeitschrift steht, wird eine solch kritische Leserin früher oder später sowieso die Kosten-Nutzen-Rechnung machen und das Heft daraufhin eben einfach nicht mehr kaufen.
    Und das ist das herrliche an der Diskussion über Emanzipation und Gleichberechtigung: Die wichtigsten Wahrheiten lassen sich gar nicht erst gendern.
    Denn das Gleiche gilt für Männermagazine, weswegen sich in unserem Haushalt auch gar kein Geschlechter-Magazin wiederfindet.
    Umgekehrt wirkt es daher scheinheilig und inkonsequent, genau solche Magazine zu kaufen, die von vorneherein nach Geschlechtern getrennt sind, das „Gendering“ der Artikel dann aber anzukreiden und den Inhalt scheinbar objektiv zu bewerten.
    Es ist eher die Regel als die Ausnahme, dass interessenspezifische Magazine eine Zielgruppe haben, die in den Texten dann mit „wir“ subsummiert wird. Aber das ist auch irgendwo logisch – schließlich besteht der Interessenverband der Angler auch aus Anglern. Im Angler-Magazin darf dann ja wohl von einem Kollektiv („wir Angler“) ausgegangen werden.
    Die einzige Schuld trifft also den Konsumenten, wenn er (Achtung, gegendert) sich dazu hinreissen lässt, ein Produkt zu kaufen, das die Geschlechter schon per Definition voneinander trennt, und das nicht nur als Nebenprodukt, sondern als Kernfeature. Denn das größtmögliche Kollektiv bei so einer Zeitung sind dann nunmal die Frauen. Wenn bereits also die Prämisse problematisch ist, wie soll der Inhalt sich also davon lösen können?
    Außerdem gibt es so viele Zeitungen in diesen Regalen, reicht da das Interesse nicht für ein echten Hobby? Das bloße, geschlechtsbewusste Dasein ist doch nicht wirklich das Einzige, was eine Frau interessieren kann. Können die Damen keine Modellzüge bauen oder Motorräder fahren? Oder vielleicht wäre der Griff zur c‘t eine Idee, dann braucht es gleich weniger Interaktion mit dem unbekannten Geschlecht, wenn die Bildschirmschoner von der netten Seite mit den Smileys mal wieder dafür sorgen, dass der eigene Rechner faxen macht. Selbst ist die Frau!
    Wer mehr sein will, als in so einem Heft kolportiert wird, kriegt wirklich jede Chance dazu. Nutzen muss man diese dann aber auch selbst.

    Und wo wir gerade bei eigenen Fähigkeiten sind, möchte ich an dieser Stelle einmal anmerken, dass jemand, der seine eigenen Qualifaktionen so ubiquitär kundtut, gut daran täte, seine Rechtschreibung entsprechend anzupassen.
    Doch ich bin auch Student (übrigens mit einem Schnitt von 1,84, aber ich habe eine falsche E-Mail angegeben, deswegen nehme ich persönliche Glückwünsche nur über die Kommentar-Funktion entgegen) und weiß daher, dass man das längst nicht mehr „einfach so“ verlangen kann, nicht einmal mehr von den Professoren an unseren deutschen Hochschulen. (Im Jura-Studium meiner Freundin wird zum Beispiel der „Umpfang“ einer Prüfung bemängelt).

    Ich wünsche also allen Lesern, die hier oder beim taz-Artikel, vielleicht ja sogar ganz unparteiisch bei beiden Artikeln, geschmunzelt haben, viel Spaß bei der Lektüre ihrer Frauenzeitschriften, bzw. bei der Vermeidung ebenjener. Aber so ehrlich, dass man weiß, dass man dort Schund liest, so ehrlich darf man sein. Denn ja, es stimmt, man kann ja nicht immer nur „Die ZEIT“ lesen. Aber so zu tun, als täte man etwas von selbigem Wert, während man seine Zeit mit Prokrastination und Frauenmagazinen verschwendet, das ist das Problem dabei.

    PS:
    Wenn man aber doch mal „Die ZEIT“ liest, findet man vielleicht mit etwas Glück bald mal wieder einen guten Artikel zum selben Thema, zB. darüber, wie die Modefirmen ihre „Styling-Empfehlungen“ in Men‘s Health oder dem weiblichen Pendant einfach kaufen. Gab‘s auch dort schon öfter zu lesen, wenn ich mich recht erinnere. Und macht es dann nicht mehr Sinn, die 4€ jeden Monat in ein Glas zu werfen? Dann dauert es nur… Knappe 7 Jahre und 2 Monate, bis man sich einen Burberry-Schal kaufen kann, statt ihn heute auf dem Hochglanzpapier dieser Magazine zu bewundern. Das Geld fließt dann ja immerhin letztendlich an dieselben Leute, nur ohne den gegenderten Journalismus. Und nur darum geht es doch – ob mit Journalismus oder Mode spielt da keine Rolle.

  6. Es ist vor allem festzustellen, dass in Frauenzeitschriften viel zu wenig tiefschürfende Analysen der Texte von J.R.R. Tolkien veröffentlicht werden. Jedenfalls im Vergleich zu männerdominierten – in Autorenschaft und Leserschaft – Publikationen wie „Vinyar Tengwar“ oder „Angelsächsische Philologie Heute“. Es ist doch schon längst bewiesen, dass nur Tolkiens Texte zur geistigen Erleuchtung und zum Weltfrieden führen können. Wenn also die Männer so etwas lesen, und die Frauen „Die Feine Art des Vögelns“, dann werden die Männer im Vergleich intelligenter. Relativ betrachtet, von den Männern aus, scheinen die Frauen also tatsächlich dümmer zu werden. (Die Frauen werden von ihrer Lektüre zwar gleichzeitig besser beim, hüstel, Vögeln. Das nutzt ihnen allerdings auch nur bedingt, da Männer mit fortschreitender Erleuchtung im Bett nur noch lesen oder meditieren wollen.)

    Löblich ist es allerdings, Frauenzeitschriften im Schwimmbad und mit Pommes zu lesen, denn wertvolle Bücher und Magazine werden oft durch Ketchup oder Chlorwasser beschädigt. Hier gibt es jedoch inzwischen kreative Lösungen (Klarsichthüllen).

  7. @Anonymous: +1.

    @HellGreetings: Sehe ich nicht so. 1.) ist es eine bewusste Entscheidung, für wen man arbeitet, über die man diskutieren kann und 2.) kann man das, was man tut, durchaus kritisch hinterfragen.

    @Ein (einmaliger Gast): Mir liegt der originale Blowjob-Guide leider auch nicht vor. Nach Theresas Einwand halte ich es durchaus für plausibel, dass die taz-Autorin alle Ironiesignale bewusst überlesen hat, um Argumente zu finden. Jemandem, der auf die Assoziationskette Guide -> Führer -> Nazi verfällt, traue ich allerhand zu.

    „ich finde, dass in einen vernünftigen Haushalt genau gar kein Handbuch zum Thema Sex gehört (…) denn der Sex dürfte in einer intakten Beziehung auf gleicher Augenhöhe das kleinste Übel sein“ – ich hoffe, Sie meinen „Problem“. Als Chefredakteur einer Erotikzeitschrift gebe ich Ihnen Recht: Über Sex wird eine Menge überflüssiger Mist geschrieben. Die Vorstellung, dass alles immer automatisch gut und schön wird, wenn man sich lieb hat und darüber redet, halte ich trotzdem für ein wenig naiv (auch wenn das sicher die wichtigsten Voraussetzungen sind).

    Was die Photoshop-Welt angeht: Die ubiquitären Bilder überirdisch schöner Frauen (Frauenzeitschriften, Werbung, Stock-Fotos etc.) sehe ich tatsächlich als höchst problematisch. „dass eine selbstbestimmte Frau letztlich auch einfach den Inhalt dieser Magazine reflektieren kann“, mag auf einer bewussten Ebene stimmen, aber Sie sollten nicht die subliminale Macht von Bildern unterschätzen, die sich im Unterbewussten einhaken und Normen setzen.

    @Noel Q. von Schneiffel: Ich hoffe auch auf Frauenzeitschriften, die einen „Weltfrieden-Guide“ beilegen.

  8. Herzlichen Glückwunsch zu Deinem Abschluss. Akademische Weihen sind harte Arbeit und ich freue mich jedes Mal, wenn jemand diese Bürde auf sich nimmt bis zum Schluss durchhält.

    Nun zum Thema:
    Dein Intellekt steht außer Frage. Auch der Intellekt der anderen Autorinnen und Autoren. Wenn die Artikel schlecht wären, würde sie niemand lesen. Der geäußerte Vorwurf war allerdings ein anderer. Margarete Stokowski hat Euch in der taz vorgeworfen, SCHLECHTE MENSCHEN zu sein. Das ist nämlich, was Faschismus heute bedeutet. Das ist unabhängig von Eurem Intellekt, Eurem Selbstbild und Euren Intentionen.

    Mag sein, dass der besagte Blow-Job-Guide klug, heiter und informierend geschrieben war. Bei der taz wurde das jedenfalls nicht so empfunden. Man hat sich stattdessen schlecht gefühlt, gedemütigt und bevormundet. Wenn Eure unterhaltsam gemeinten Artikel solche Reaktionen auslösen, dann wäre es mal an der Zeit darüber nachzudenken.

    Und nach dem Nachdenken würde ich gerne ein paar Gründe lesen, warum Boulevard-Journalisten keine schlechten Menschen sind und auf welche Art und Weise Ihre Artikel der Leserschaft dienen. Denn das hatte ich erhofft hier zu lesen, als ich auf den Link im Bildblog geklickt hatte.

  9. Paul Bademeister 23. Juli 2012 um 13:30

    Hej, ich habe mein Rezept für Schokolade-Blaubeertorte aus der „Brigitte“. Schmeckt großartig und bringt jede Frau – so oder so – in die Horizontale. Allein dafür ist das Blatt von allen Sünden absolviert.

    Viel peinlicher ist es doch, wenn solche Magazine Nachdenklichkeit simulieren. Die „erwachsenen“ Ableger für die Dame 40+ sind wahrhaft schrecklich.

  10. Die Argumente für Frauenzeitschriften sind leider absolut fruchtlos. Ob mans glaubt oder nicht – auch Akademiker lassen sich für unlautere Zwecke gewinnen. Auch sie können dumm, naiv und leichtgläubig sein. Es ist auch zwecklos, auf die übrigen Werke der Autoren zu verweisen, da nicht sie, sondern die Zeitschriften kritisiert werden, in denen diese dümmlichen Artikel stehen.
    Etwas entlarvend ist auch die oft gehörte Aussage, man lese diese Zeitschriften auch nur „zum Spaß“. Diese relativierte Scham ist aussagekräftiger als so manche Kritik!

    Oh ja, Männerzeitschriften sind das gleiche Übel auf der anderen Seite, ohne Frage. Bedeutet das aber, daß solch ein manipulativer journalistischer Dünnschiss grundsätzlich nicht zu kritisieren ist? Kommt schon, wir sind hier nicht im Kindergarten… („Der da hat das auch gerade gemacht, also darf ich das…“)

  11. also ganz ehrlich:
    Das hier klingt für mich auch reichlich beleidigt und nach Kindergarten. Ich selbst wäre eine Lügnerin, wenn ich sagen würde, ich würde nie Frauenzeitschriften lesen, aber: ich lese sie nur beim Friseur und bei Arztbesuchen und ganz ehrlich: jedesmal komme ich wieder zu dem Schluss: wieso sollte ich für solchen Müll auch noch Geld bezahlen??? Artikel zu neuer Technik, Gadgets etc? Nicht völlig ausgeschlossen, aber man muss sie schon mit der Lupe suchen…Interessantes zur Welt im Allgemeinen (hinsichtlich Politik, Weltgeschehen? Da gilt das gleiche, es sei denn man zählt Katy Perrys neueste Frisur dazu oder hält es für überlebenswichtig auch diese neuen Sommertrends haben zu müssen…arrg. Der Playboy ist da meines erachtens nach Anspruchsvoller und das Frauenbild ist da auch nicht schlimmer (außerdem sind die Damen da ja auch zumeist überaus gut und künstlerisch abgelichtet).
    Und das aller schlimmste: Tja, meine Damen, Frauenzeitschriften lesen wohl zugegebener Maßen Frauen. Und nicht alle nur um sich über die absurden, dämlichen Artikel zu amüsieren…

  12. Margarete Hofmann 23. Juli 2012 um 17:29

    Na, da hat die TAZ ja wohl voll ins Schwarze getroffen! Der ganze beleidigte Artikel sowie die peinlichen „Ich habe Abitur!“-Meldungen darunter zeigen auf’s Allerschönste, dass alles wahr ist. Heult doch nicht so reflektiert rum, nur weil einer euer Lieblingsspielzeug albern findet!

  13. So viele gute Kommentare. Meinen ersten Gedanken beim Lesen fand ich auch schon wieder:

    „Ich kenne auch Menschen, die lesen die Bildzeitung zur Unterhaltung und Belustigung, aber dass macht die BILD nicht weniger schlecht, populistisch und unseriös.“

    Danke. Die Vorstellung, dass die ironisch lesende Akademikerin die Hauptzielgruppe und -leserschaft jener Jolies, Glamours etc. darstellt, ist leider eine naive. Und hier haben wir es wieder, das alte Intellektuellenproblem: Entweder wir (ja, auch ich) unterstellen anderen grundsätzliche und unüberwindliche Dämlichkeit (DIE lesen sowas, WIR doch nicht!) – oder, und das passiert hier: Wir unterstellen ihnen dieselben Lesemotive und Lesestrategien, die wir anwenden.

    Und da bleibt festzuhalten: Nein, die meisten Leserinnen lesen diese Zeitschriften ganz und gar nicht ironisch. Auch wenn Sie es tun. Da tut es der Sache auch keinen Abbruch, wenn der Blowjob-Guide (unterstellt) „ironisch“ verfasst wurde – wenn er denn nicht auch ironisch gelesen wird. Da diese Zeitschriften sich auf den ersten Blick aber als matter-of-fact Produkte präsentieren, bin ich nicht so vermessen, zu glauben, die ironische Lesart wäre die, auf die die gemeine Leserin von alleine kommt.

    PS. Und ja, dieser Kommentar zeugt leider auch von einem gewissen intellektuellen Snobismus. Sind wir wohl alle nicht frei von. 😉

  14. 1) Folgende Schlussfolgerung ist grob fahrlässig: Autorin des Artikels (=Theresa) = Leserin „blöder“ Frauenzeitschriften = hochgebildet à alle LeserInnen = hochgebildet = distanziert
    2) Überdruss aufgrund wiederholter Agitation gegen Frauenzeitschriften mag verständlich sein. Eine grundsätzlich falsche Analyse wird aus dem taz-Artikel trotzdem nicht. Wahrheiten werden nicht falsch, weil man ihrer überdrüssig wird. (Ich halte den Faschismus-Begriff auch für leicht überzogen, die Denkmuster dennoch für gut herausgearbeitet)
    3) Gerade wer sich explizit als Akademiker versteht, sollte auf ein kosmopolitisch urban indifferentes „ach, ist doch alles nicht so schlimm“ verzichten. Die gönnerhafte Distanz ist nicht allen LeserInnen zuzuschreiben (s. 1) und andere Kommentare). Auch wer z.B. Sport als Gegenstand der Unterhaltung intensiv und mit reger Beteiligung konsumiert, darf sich durchaus der latent militärischen Struktur besonders der Mannschaftssportarten, dem Problem der Kommerzialisierung, der Gewalt etc. bewusst sein. Das kritische Hinterfragen muss nicht im Verzicht münden. Man sollte aber keinesfalls auf die Kritik verzichten. Als Akademiker gilt es alle Bereiche und damit v.a. die beteiligten Akteure der journalistischen Texte einzubeziehen: Verlage und ihre Interessen, die sich niederschlagen in den Artikeln der Redakteure genauso wie die – generell für journalistische Texte postulierte – gesellschaftliche Relevanz ihrer Inhalte. (Und da muss man sich fragen, wieso denn solche Sexualideale und sexuellen Erwartungshaltungen – ironisch oder nicht – überhaupt thematisiert werden und interessant sind. Eben weil sie im Diskurs real sind, so meine ich)
    4) Auch wenn bzw. gerade weil gewisse Artikel ironisch verfasst sind, weist dies auf die Realität solcher sexuellen Handlungsideale, denen man als kritischer Mensch vielleicht abwehrend begegnen kann, die aber anscheinend als gesellschaftliche Ansprüche im Privatleben durchaus wirksam sind. Das Durchschlagen pornografischen Sexuallebens ins Private ist, so denke ich gerade aus Erfahrung mit jüngeren Menschen, unverkennbar. Pornos und damit auch dort präsentierte „Techniken“ sind Vorbild für das Sexualverhalten, auf männlicher wie auf weiblicher Seite! Und es scheint mir offensichtlich, dass Männer als originäre Zielgruppe (mittels Porno) Frauen so gewisse Erwartungshaltungen bzgl. der Sexualpraxis oktroyieren und nicht andersrum. Und genau dies scheinen mir solche Guides, wenn auch vermeintlich ironisch, widerzuspiegeln.
    Und dadurch können sie durchaus die zweifelhaften Verhaltensmuster weitertragen.

  15. Grinsi KleinPo 23. Juli 2012 um 20:15

    Als erstes, der Abschluss eines Hochschulstudiums, mit welcher Note auch immer, ist kein Maß für geistige Führerschaft. Ich kenne genpgend Akademiker die unter der Grassnarbe kriechen, als in dem Himmeln des geistigen Olymps.

    Als zweites möchte ich hier anmerken wollen, das beide Seiten mehr oder weniger im Recht sind und der Mittelweg mal wieder, wenn fundert es, den Nagel auf den Kopf trifft.
    Für die meisten Zeitungen für Herrn Otto und Frau Otto Normal gillt, du liest/schaust an und wir leben dir vor. Eine gewisse Mischung aus Neid und Neugier und Traum. Also nicht neues im allgemeinen.
    Ich persönlich mag sowohl „Frauen“- als auch Männerzeitschriften nicht besonders. Sie sind wie Drogen, sie verkleistern einem das Hirn auf die Dauer. Die Bilder sind es wohl die in beiden Spielarten des Printmediums einen um den Verstand bringen können.
    Zur längerdristigen Unterhaltung taugen beide nicht. Man kann mit ihnen nicht einmal anständig Fisch einpacken oder Schuhe trocken legen.
    Als „Ratgeber“ sind sie auch nicht der Weisheit letzter Schluß und als Rezeptsammlung sind sie grottenmolchartig. Das Kochbuch meiner Mutter, handgeschrieben, ist besser als der Wahnsinn an Rezepten solcher Zeitungen.
    Sollte der Herr der Schopfung mal ein neues Spielzeug brauchen, kann man ihm getrotz sagen, kaufe nichts was ein Magazin als „Mußt du haben!“ an derehen will.

    Lange Reder kurzer Sinn, mal das Sommerloch füllen und ansonsten nichts neues im Westen.

    MfG

    PS: Ich mag es wenn mein Gegenüber mich mit eigenen Gedanken und Vorstellungen überrascht und nicht unbedingt mit dem hippen Zeug aus einer Zeitung. Und manchmal, in meinen dunkelsten Momenten, kann ich Robert A. Heinlein faßt verstehen wenn er sagte “ Es war kein Fehler von uns (Männer!) ihnen (Frauen) Schuhe anzuziehen, es war ein Fehler ihnen das sprechen beizubringen!“

  16. Unabhängig vom Wahrheitsgehalt des Artikels über Frauenzeitschriften und auch dieses Artikels von…, hab‘ den Namen schon wieder vergessen…, egal: fällt mir eine Sache immer wieder auf. Journalisten und vor allem solche, die es werden wollen oder sich nur so nennen, sind unglaublich arme Schweine. Sie produzieren NIE, NIE etwas selbst. Schreiben immer nur darüber, was andere Menschen machen. Und das müssen sie natürlich scheiße finden, um sich bemerkbar zu machen. Ein trauriges Los. Bedauernswerte Kreaturen. Was ich mich nur frage: Wieso denken diese Figuren eigentlich, sie seien die Größten. Woher nehmen sie das durch rein gar nichts begründete Selbstbewusstsein?

  17. So ambivalent der zitierte Artikel ist, so eindeutig jedoch die Aussage: Frauenzeitschriften sind in ihrer Grundausage nun mal primitiv. Das gilt aber nicht für einzelne Artikel, geschweige denn einzelne Autorinnen oder Autoren.

    Hier sollte man vielleicht differenzieren und nur weil das der Artikel nicht macht, heißt das noch lange nicht, das man sich auf das gleiche BILD-Niveau herablassen sollte.

    Ich lese selbst aus Langeweile die Frauenzeitschriften meiner Frau und entdecke in jeder Zeitschrift gute bis sehr gute Artikel. Ich meine, da sitzen ja keine kleinen Tussis in den Redaktionsräumen rum. Irgendwie auch logisch, das der redaktionelle Inhalt Substanz hat.

    Aber die Grundmache, also: „Du bist zu dick, zu häßlich, zu unrasiert, zu wenig geschminkt, zu blöd, zu ungebildet, zu wenig Mutter, zu zu“ ist bedauerlich. Was soll der Dreck? Wollt ihr das wirklich?

    Wenn Sie denn für Frauenzeitschriften schreiben, dann unterstützen Sie nun einmal diese Tendenz.

  18. … aber manchmal juckt es mich einfach …

    Zwei Frauen: Mit einer war ich kurz zusammen. Ich war damals noch recht jung und, zu Unrecht selbstverständlich, eher für mein Lotterleben bekannt. Nun hatte ich also eine Freundin, „… und noch dazu eine intelligente …“, wie sie an solcherart geeigneten Gesprächsstellen gerne hinzufügte.
    Warum tat sie das? Wollte sie darauf hinweisen, dass ich in meinem bisherigen Leben nur Dummkraut gevögelt hatte, haben konnte, was man halt so aufliest in den Kneipen und Rinnsteigen eines eher herunter gekommenen Stadtviertels? Oder ging es ihr nur um die Bekanntmachung des eigenen Status: nämlich studiert – ergo: intelligent? Vor allem im Vergleich zu so einem unstudierten Acht-Klassen-Dummbatz wie mir? Ich weiß es nicht, hab sie nie gefragt. Schon als ich den Spruch zum zweiten mal hörte, ahnte ich, dass mich das Lotterleben wohl bald wieder haben würde …
    Mit Frau Nummer zwei hatte ich das mehr als zweifelhafte Vergnügen, drei oder vier Tage lang zusammen arbeiten zu müssen. Eine Unperson, wie man sie wirklich selten trifft. Unmöglich, das auch nur einigermaßen adäquat zu beschreiben, will ich hier nur eins rauspicken: Diese Frau erzählte buchstäblich jedem und ungefragt von ihrer Diplomarbeit. Wobei ich sie nie mit jemandem darüber sprechen gehört habe. Das heißt, sie „rezitierte“ immer nur den Titel der Arbeit, ein ziemlich langer Satz mit ziemlich langen Wörtern und so Begriffen wie makro. Danach strahlte sie stolz, während sie gleichzeitig im Gesicht des Opfers nach dem Erstaunen suchte, dass sie ihrer Meinung nach verdiente.
    (Kein Witz, die war wirklich so: wir einmal zusammen im Auto, sie will mal wieder irgendwas loswerden, was beweist, wie toll sie eigentlich wirklich ist … also kichert sie, und sieht danach zu mir. Ich soll jetzt fragen, was ist, aber da ich weiß, was mich erwartet, halte ich meine Klappe und bete, dass sie es gut sein lassen möge. Aber ich ahne es besser …
    Nach einigen Sekunden Pause: erneutes, etwas lauteres Gekicher, gefolgt vom bohrenden Blick zu mir. Keine Reaktion. Fünf Sekunden Ruhe, räuspern, kichern, starren. Ich bleibe stark. Sie blickt wieder nach vorne, scheint zu überlegen, und blickt dann zu mir: „Weißt, warum ich lach?“ …)
    Viele Menschen benutzen Schilder. Die Sorte, auf der draufsteht, wer man ist und wo man hingehört. Das kann ein Auto sein, (toll), ein liebevoll auf unordentlich gemachter Schreibtisch, (philosophischer Rebell, oder Arzt), oder eben der Titel einer Diplomarbeit, (geradezu unglaublich intelligent). Aber die Art und Weise, wie diese Frau mit ihrem Schild hausieren ging und es jedem um die Ohren knallte, der nicht schnell genug davon kam, (sie lief auch hinterher … ), das war schon, wenn auch auf widerwärtige Weise, faszinierend. Ganz offenbar war sie ehrlich davon überzeugt, dass jemand, der eine Arbeit (scheiß auf den Inhalt) mit einem solchen Titel verfasst hat, einfach intelligent sein muss. Und das wollte sie die Welt wissen lassen.
    Der geneigte Leser ahnt es bereits: Die Frau war dumm wie Brot, und das aufs überzeugendste verbunden mit den typischen Begleitattributen Lautstärke und Arroganz.
    Was lernen wir daraus? Dass Menschen, die permanent auf ihre Intelligenz hinweisen, in aller Regel nicht allzu viel davon besitzen. Und warum erzähl ich das hier? Weil mich dieser Artikel hier sofort an diese zwei Frauen erinnert hat.
    Ich persönlich halte den Artikel in der Taz nicht für den heiligen Gral, aber wie mal mit wirklich deutlichen und die Öffentlichkeit erreichenden drastischen Worten gegen etwas so schlimmes und hingenommenes wie Frauenzeitschriften geschrieben wird, fand ich doch sehr amüsant. Dieser (der Feigenblatt-) Artikel hingegen gibt vor, kontern zu wollen, weigert sich aber, auch nur ansatzweise auf die im Ursprungsartikel angesprochene Problematik einzugehen. Das Ganze wirkt daher auch nicht wie ein Diskurs, oder eine Argumentation, sondern nur wie das betroffene Geschreibe einer Person, die sich auf den Schlips getreten fühlt. Der ganze Text steht und fällt mit der Person der Autorin, und lässt sich schlüssig in einem Satz zusammenfassen: „Ich bin eine Frau, ich bin hübsch, ich lese und schreibe (für) Frauenzeitschriften, und jetzt seht mal her, was ich trotzdem für ein schlaues Ding bin.“
    Das stößt schon im ersten Absatz sauer auf, im weiteren Verlauf führt es tatsächlich zu Würgereiz – und geht, wie immer, nach hinten los …

    nichts für ungut

    Stefan

  19. Liegt’s an der knackigen Jugend der Autorin oder ihrer persönlichen Betroffenheit als Frauenzeitschrifts-Schreiberella..? Jedenfalls guckt hier eine Meeeenge „Ich bin jetzt echt beleidigt!“ durch die gar wohlgesetzten Zeilen (Beispiel gefällig? „koital ambitioniert“, oh lálá)! Leider bleibt die sachliche Auseinandersetzung mit dem taz-Artikel nahezu gänzlich aus. Aber dafür wissen wir jetzt alle, welch‘ brillante Universitätskarriere (Zweifach-Bachelor in Geisteswissenschaften, für so average Joes kaum zu bewältigen!)“die Resi“ so absolviert und MÜSSEN akzeptieren, dass damit bewiesen ist, dass Frauenzeitschriften gar nicht „sowas von Scheiße“ sind. Joa.

  20. Ich verstehe nicht ganz warum sich manche immer über ungelegte Eier, in diesem Fall Frauenzeitschriften gedanken machen, haben die Menschen nichts anderes zu tun? Jedem das seine….Ich finde Frauenzeitschriften gehören genaus so zum Leben wie….

  21. Selten einen Text (wie dieses Feigenblatt hier) gelesen, der auf ach so ironisch-distanzierte Weise contra geben will, dabei voll unironisch intellektuell mit Karacho gegen die Wand fährt und auch noch lauthals absingend die eigene Intelligenz hinter sich herzieht. Würgereiz. Tatsächlich.

    Aber Stefan (srtmxx) hat das viel schöner formuliert. Und der hat noch nicht einmal ein geisteswissenschaftliches Doppelstudium. Was kann der schon wissen?

  22. Ich verstehe gar nicht die Aufregung (TAZ), die Gegen-Aufregung und die aufgeregten Kommentare hier. Blowjob-Guide´s gabs doch schon zu Haufen in der FHM, Maxim und Playdoof … wo war da die Aufregung und die Gegen-Aufregung mit „versteckter“ Buch- und Autorinnen-Werbung?
    Muss man als Autor/in eigentlich immer was Suchen, über was man/frau berichten kann? Anders sind solche Themenauswahl fast nicht zu erklären.
    Und bitte nicht immer diese geisteswissenschaftlichen Studiengänge bewerben! Geisteswissenschaft = Überbewertet? Vor der Studienwahl an die Nachfrage im Arbeitsmarkt denken…

  23. „Ich finde es irgendwie ziemlich bezeichnend, dass dieser Artikel bisher ausschließlich und oft von meinen männlichen Facebookfreunden verlinkt und in den Himmel gelobt wurde“, schrieb eine Kommentatorin bei der Facebook-Seite des Missy Mag über den taz-Artikel. Da ich als Mann selbst gerade darüber gebloggt hatte, habe ich mich darüber geärgert und die Sache als feministische Paranoia abgetan.

    Um so merkwürdiger finde ich, dass es tatsächlich vor allem Männer sind, die sich über das Thema ereifern. Warum? Frauenzeitschriften können uns doch ziemlich egal sein, oder? Kommen da doch irgendwelche „Frauen sind doof“-Ressentiments durch?

    Ich mag den Tonfall von einigen Kommentaren nicht besonders. Ja, Theresas Posting ist aus einer persönlichen Betroffenheit heraus geschrieben, sie hat sich damit angreifbar gemacht und man könnte einiges gegen ihre Argumentation sagen (Kommentator #6 „Anonymous“ hat zum Beispiel zwei gute Einwände vorgebracht).

    Man freut sich ja über eine lebhafte Diskussion. Aber wenn diese Diskussion immer mehr über das Studium der Autorin geht, mache ich hier mal ganz arschlochmäßig von meinem Hausrecht Gebrauch und schließe die Kommentare zu diesem Beitrag.

  24. Pingback: Fragmentarisierungen | Feigenblatt Magazin