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Wochenschau: Sarah-Palin-Nacktfotos & Penis-Special

Gefühlt jahrelang gab es hier keine neue Wochenschau mehr – wie immer, wenn sich eine Jahreszeit und mit ihr die beiden Feigenblatt-Macher dem Ende nähern. Jetzt ist Feigenblatt 13 „Zu dritt“ in der Druckerei und unsere Akkus sind wieder halbwegs aufgeladen – und bis zum nächsten Redaktionsschluss habe ich vielleicht den Berg in meinem Eingangsverzeichnis abgebaut. Ich greife mal wahllos in die Wundertüte:

Unter den vielen fantastischen Beiträgen im neuen Heft ist auch einer von der Filmemacherin Petra Joy. In einem Interview erzählt sie von lustigen Pannen beim Dreh, von der Rolle der Frau in der Pornoindustrie und von ihren Lieblingsfilmen.

Promi-Nacktfotos sind etwas, das ich (wie diesen Promi-Kram insgesamt) zutiefst verabscheue. Bei Sarah Palin würde ich aber eine Ausnahme machen, weil es die unerträgliche „Moral Majority“ in den USA zur Weißglut bringen würde, wenn die christlich-fundamentalistische Kandidatin fürs Vizepräsidentenamt in ihrer Zeit als Teilnehmerin beim Miss-Alaska-Wettbewerb bei Gelegenheit auch noch den Bikini ausgezogen und ein paar spezielle Fotos gemacht hätte (diese hier sind’s leider nicht – aber nah dran). Es scheint den Heuchlern, Obskuranten und Anti-Abtreibungs-Fanatikern ja nicht zu reichen, dass die 17-jährige Tochter ihre nächsten Schulferien im Kreißsaal verbringen darf.

Eine Kabale um einen historischen Softporno hat Staub in der Buchbranche aufgewirbelt. Random House hat aus Angst vor Islamisten einen Roman über die Ehefrau des Propheten Mohammed zurückgezogen. Klingt empörend – die Zeit vermutet allerdings eher einen Zickenkrieg als ein Politikum dahinter.

Noch ein kleiner Nachtrag zu Sommerheft und -urlaub: Offenbar geht es an Usedoms Stränden inzwischen noch prüder zu als auf Rügen, von der alten FKK-Selbstverständlichkeit scheint auf dem deutschen wie auf dem polnischen Teil der Insel nicht mehr viel übrig zu sein.

Von Andreas Dresens neuen Film „Wolke 9“ haben Sie sicher schon gehört; der Regisseur scheint ja derzeit von Interview zu Interview hetzen zu müssen. Dass die Feuilletons eine erotische (!) Liebesgeschichte zwischen zwei alten Menschen so sehr als Tabubruch wahrnehmen, hat einen komischen Beigeschmack. Dazu ein diskreter Werbehinweis: Feigenblatt 10, „Jugend & Alter“.

Da gibt’s extra die berühmte neutrale Verpackung, und dann veröffentlicht das Kundenverwaltungssystem die Nutzerdaten der Beate-Uhse-Töchter Lustkatalog.de und Pabo.at im Web. Angeblich sollen es die Teilnehmer eines Gewinnspiels gewesen sein, die von dem Datenleck betroffen waren.

Lustgespinst weist darauf hin, dass das umstrittene Jugendpornografiegesetz (§184c StGB) in dritter Lesung den Bundestag passiert hat und voraussichtlich noch im Herbst in Kraft treten wird. Meine Meinung habe ich schon letztes Jahr geäußert, kompetenter liest sich das im Lawblog.

Penis-DenkmalNach Zensur, Unfreiheit, Fundamentalismus und Prüderie wie immer ein zwangloser Übergang zum heiteren Teil. Heute: ein Penis-Special. Beginnen wir mit einigen biologischen Grundlagen (Sie sollen ja hier was lernen), wobei dieses Wissenschafts-Blog den Mannesstolz etwas respektlos als „kind of glorified water balloon“ beschreibt. Wie sich das eine gesunde patriarchalische Gesellschaft wie die chinesische vorstellt, zeigt das Bild links (via Erosblog) – angeblich das weltgrößte Penismonument. Auch die Botanik hat gelegentlich eine Neigung zum gediegen Obszönen (Bild rechts, via Hot Movies for Her).

PenisblumePenisse können sich überall verstecken, wie diese schrecklich infantile Galerie beweist (nicht für Erwachsene geeignet). Manchmal tauchen sie allerdings an Stellen auf, wo man sie wirklich nicht erwartet hätte – zum Beispiel im Schritt eines weiblichen Bademode-Modells oder auf dem Titelblatt einer Elternzeitschrift. Es gibt viele spaßige Dinge, die man mit einem Penis anstellen kann – zum Beispiel, einen Gipsabdruck davon anzufertigen, um daraus einen Vibrator zu basteln. Nicht zur Nachahmung empfohlen ist dagegen das Einführen von Präzisionsschraubenziehern.

Autor: Herbert Braun

Mitherausgeber des Feigenblatt Magazin und sowas wie der Chefredakteur.

3 Kommentare

  1. Die ganzen Schulferien im Kreißsaal. Das nenne ich schwere Geburt… Hoffentlich ist der Vater dann vom Jagdausflug zurück.