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Häppchenweise guter Sex

Kinders, was hab ich mich heut schon gefreut. Während vor mittlerweile rund einem Jahr Jungregisseur Sergej Moya mit seinem Projekt Hotel Desire Crowdfunding-Geschichte schrieb, macht sich nun eine unerschrockene kluge Frau daran, das Wesen unserer Sexualität zu ergründen. Regisseurin Maike Brochhaus ist hauptberuflich Lehrbeauftragte der Kunstwissenschaft und promoviert gerade über BruceLaBruce, ihr postpornographisches Experiment Häppchenweise finden auch unsere Homies vom Porn Film Festival Berlin spitze und wir schließen uns da ganz umgehend an. Das Konzept ist schnell erklärt:

Sechs Menschen, ein Raum, ein Abend, ein Essen, viel Sinnliches und vieles zu Entdecken. Ein Film der zeigt wie Körper und Gemüter sich begegnen können, wenn man sie nur lässt …

Aber bitte, seh´n Sie selbst!

Nom nom nom. Die flotte Rothaarige aus der Badewanne wurde inzwischen zwar von der Liebe befallen und wird ihre Stiefelettchen nur noch privat beim Plantschen tragen, doch auch der Rest vom Cast kann sich ja wirklich sehen lassen. Hohe Schnauzerdichte! I like! So, und nun noch ein bisschen Theorie:

PostPorn ist gleichsam Nutzung und Verwerfung von Industriestandards. Nutzbar ist sicherlich die technischmediale Weiterentwicklung, die Demokratisierung der Verbreitungswege und Gewinnung darstellerischer Freiheit durch und über das Internet. Industriestandards meinen aber auch beschränkte Bilder von Körperlichkeit und Sexualität, die sich über viele Jahre hinweg zu einem weiten, ebenfalls schwer definierbaren Feld der Mainstreampornografie gefestigt haben. Postpornografische Darstellungsformen positionieren sich dazu bewusst als Gegenentwürfe und emanzipieren sich über eine standardisierte Darstellungslogik.

Jawollja. Hieß bei Sergej Moya letztes Jahr noch PorNeographie, im Filmsonderheft lief das ganze unter Indie Porn, und ich bin mir sicher, dass auch Franzi dazu noch etwa 200 gute Bezeichnungen einfallen würden. So viel lässt sich wahrscheinlich schon jetzt vorhersagen: es wird gut, es wird klug, es wird neu, es wird anders. Und wahrscheinlich wird uns allen auch ein bisschen heiß dabei.

Damit die gute Idee auch klappt, braucht Frau Brochhaus nun unser Geld. Im Gegenzug dafür können wir uns, je nach Höhe des Spendenbeitrags, mehr oder weniger ins Geschehen einmischen, etwa eine Flaschendreh-Frage für den Film ausdenken, eine Requisite vom Set bekommen, namentlich im Abspann erwähnt werden, und so weiter und sofort. Für schon 15 Euro gibt´s den fertigen Film zum selberdownloaden. Also einmal Kino mit Popcorn. So viel sollte uns die sexuelle Gegendarstellung doch allemal wert sein, oder?

Spenden geht noch bis 2.August. Supporter werden: check!

3 Kommentare

  1. Flaschendrehen, blasse Frauen in Hotpants, ein Typ mit Porno-Schnäuzer und gesellschaftspolitische Diskussionen über die Notwendigkeit „anderer“ Pornos – ich fühle mich in die späten 1970er-Jahre zurückversetzt…

  2. kann mir jemand verraten warum die menschen in den pornos immer so unmöglich aussehen müssen, so gekünstelt.
    gibt es tatsächlich keine guten pornos oder softpornos womöglich auch noch mit handlung?
    lg gaby

  3. Pingback: Häppchenweise – jetzt mit noch mehr Feigenblatt | Feigenblatt Magazin