Das aktuelle Feigenblatt

Heimliche Küsse, verbotene Berührungen - nichts ist so verführerisch wie fremde Haut. Aber was passiert eigentlich, wenn wir der Versuchung nachgegeben haben? Kann man offen mit dem Seitensprung umgehen, ohne den anderen zu verletzen? Geschichten und Bilder zwischen Lust und Leid.
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Über Feigenblatt

Die schönste Zeitschrift für die schönste Sache der Welt - mit Kurz­ge­schichten, Essays, Aktfotografien und aktuellen Rezensionen. Das erotische Kultur­magazin für sie und ihn - alle drei Monate zu einem neuen Thema.

Anja Braun

Feigenblatt Nr. 11 – Pornografie

Im Heft:

Was ist Pornografie?
Corinna Rückert räumt mit Vorurteilen auf.
Kino im Kopf
Frauke erzählt, wie Pornos das Sexleben bereichern können.
Die Allgegenwart sexueller Reize
und was sie mit uns macht – Ruth Stehle denkt darüber nach.
Lustmoment
Kristina Schilke spielt mit dem Reiz des Verbotenen.
Interview mit Dian Hanson
Warum die amerikanische Porno-Herausgeberin nicht an Pornos für Frauen glaubt.
Eine Zensur findet nicht statt
Über Sinn und Unsinn beim Jugendschutz.
Lipprot, Rotdorn
Blutrote Zeilen von Thomas Gerhard Vömel. Mit einem Doppelbild von Falk Nordmann.
Virginie
Billie Potts begleitet sie zum Therapeuten.
Roy Stuart
Porträt, Interview und Bilder des Fotografen, Filmemachers und “sexuellen Guerillas”.
Glanz und Elend der Porno-Poesie
15 der schlechtesten Porno-Titel aller Zeiten.
Sex für die Kamera
Wie Ilan zu einer Rolle in einem Pornofilm kam – und was das mit Feminismus zu tun hat.
big black delivery
crauss belauscht einen 70er-Jahre-Pornofilm (mit zensierten Stellen)
Fotostrecke
Froodmat malt Sinnlichkeit aus Licht und Farben.
Die Phantasie
Ein gewagtes Spiel zu dritt. Von Asteria.

… außerdem frönen wir der Blasphemie, erkunden schlüpfrige Dinge, stellen Bettlektüre vor und entdecken neue Spielzeuge. Für nur 5,– Euro im Handel oder in Ihrem Briefkasten!

Herbert Braun

Feigenblatt 11, Teil 2: Über den Pornobalken

Einige Leser haben sich über die schwarzen Balken auf Seite 40/41 gewundert. Die Erklärung dafür sind ein paar unschöne Erfahrungen, die wir mit dem letzten Heft gemacht haben: Wegen eines (bereits in einem Buch publizierten!) künstlerischen Männeraktes mit zwei halberigierten Penissen (für die Abonnenten: Seite 42) konnte Feigenblatt Nr. 10 nicht überall verkauft werden. Als wir das erfahren haben, wussten wir nicht, ob wir lachen oder weinen sollten.

Ausschnitt Feigenblatt Nr. 11 - Copyright Feigenblatt

Es fühlt sich komisch an, die Jugend zu gefährden: mit schmierigen Bildern und schmutzigen Texten, heimlich an der Straßenecke verhökert, die Seelen wehrloser 16-Jähriger zu zerstören, die bekanntlich massenhaft unsere Zeitschrift lesen, weil sie sonst ja nicht an Nacktfotos herankämen …

Ein bisschen absurder wird es noch dadurch, dass Feigenblatt 10 (soweit wir bisher sehen konnten) unser bisher mit Abstand bestverkauftes Heft werden dürfte. Trotzdem wollten wir diese Erfahrung nicht noch einmal machen und ließen unser Heft vorher anwaltlich begutachten.

Bei den Bildern wussten wir jetzt wie es läuft: keine Ständer, keine Spalten (es sei denn, es ist Kunst. Kunst erkennt man daran, dass der Fotograf schon mal auf der Documenta ausgestellt hat. Es hilft auch, wenn das Modell gefesselt oder sonstwie gedemütigt wird). Aber was sind pornografische Texte?

Wir haben uns letztlich entschlossen, einen Text abzulehnen, der relativ heftig war – obwohl er zum Heftthema gut passte und die literarische Qualität stimmte. Bei einem weiteren Text – der ironischen Transkription eines 70er-Jahre-Pornos von Crauss – haben wir die bösen, bösen Worte eingeschwärzt (wie ich es früher mal hier gemacht habe, damals aber ohne Not).

Am albernsten fand ich, dass wir eine Liste mit Experten-Empfehlungen für paartaugliche Pornos nicht drucken durften. Es ist nämlich nicht nur verboten, Pornofilme offen zu zeigen, auch die Werbung dafür (und als solche könnte man so eine Liste auffassen) geht nicht. Die dauergeilen Omas, die ihre 0900-Telefonnummern in gewisse Zeitungen setzen, scheinen dagegen kein Problem zu sein. Ich bin auch in einem Kommentar im Heft darauf eingegangen.

Das Problem ist: Wenn in einem oberbayrischen Supermarkt (ich bin ethnically Bavarian, ich darf das sagen) der pensionierte Dorfpolizist im Einsatz für Sitte und Moral das Feigenblatt durchblättert und uns anzeigt, ist der Händler unglücklich, der Presse-Grossist unglücklich, unsere Vertriebsfirma unglücklich und wir vermutlich bankrott, weil uns die Anwaltsrechnung erledigt. Und Gerichtsverfahren sind Glückssache.

Das System sieht eine Zeitschrift wie das Feigenblatt nicht vor. Deshalb machen wir es.

Herbert Braun

Feigenblatt 11, Teil 1: Ist Porno böse?

Nun ist Feigenblatt 11 ja jetzt kein ganz so großes Geheimnis mehr. Trotzdem gibt es so viel darüber zu sagen, dass ich hier gleich ein Doppel-Blog-Posting mache.

Es hat sich früh abgezeichnet, dass dies ein ungewöhnliches Heft werden würde: Nie hatten wir so viele Essay-Einsendungen, nie so eine lange Liste an Wunsch-Interviewpartnern (und dass uns die Emma auf unsere Interview-Anfrage nicht einmal geantwortet hat, war auch zu verschmerzen).

Und dann all die Fragen: Ist Porno böse oder harmlos? Macht es Sex kaputt oder erst richtig gut? Wie findet man gute Pornos? Wie sehen Pornos für Frauen aus, wollen Frauen überhaupt Pornos? Wie schützt man die Jugend? Inwiefern verändert uns, dass wir jederzeit ohne Anstrengung tonnenweise Großaufnahmen von Geschlechtsteilen anschauen können?

Obwohl wir noch nie so viele Essays und Interviews hatten, könnten wir locker nochmal ein Heft zum Thema machen, denn Dinge wie die Mechanismen der Pornoindustrie oder Porno im Web 2.0 sind für meinen Geschmack zu kurz gekommen.

Geredet haben wir unter anderem mit Petra Joy, Pornofilmerin und Feministin; Dian Hanson, Herausgeberin der Erotikreihe im Taschen-Verlag; Wolfgang Büscher, Sprecher des Kinder- und Jugendhilfswerks Arche. Dr. Corinna Rückert, Romanautorin und Kulturwissenschaftlerin, klärt das Grundsätzliche, und eine junge Frau aus Berlin erzählt, wie sie die Dreharbeiten zu Petra Joys letztem Film erlebt hat.

Viel Text, genau wie in diesem Blog (das war jedenfalls die Reaktion, als ich neulich auf einer Party das Heft herumgezeigt habe. Die Leute sind es nicht mehr gewohnt, dass in einer Zeitschrift tatsächlich etwas drinsteht).

Es gibt aber auch Bilder, und was für welche. Roy Stuart ist für mich (und den Verkaufszahlen seiner Bücher nach für eine Menge anderer Leute) der großartigste Erotikfotograf der Gegenwart. Das irritiert, erzählt Geschichten, ignoriert Konventionen. Ganz und gar unbekannt ist der andere Fotograf im Heft, der sich Froodmat nennt – und dem an einem ganz besonderen Tag seines Lebens erstaunliche Bilder von Hingabe und Leidenschaft gelungen sind. Ich denke, Roy Stuart wird eher Männer ansprechen, Froodmat eher Frauen.

Die Stammleser werden Asteria ja bereits kennen, deren Geschichte sich mit ihrer ungewöhnlichen Sex-Konstellation völlig zwanglos über die Konventionen hinwegsetzt. Eine echte Entdeckung war für mich Billie Potts mit einer längeren Erzählung, die von einer ungewöhnlichen Hauptfigur, einer bildstarken Sprache und einer latenten sexuellen Energie lebt.

Und noch zwei ganz große Namen: Helmut Newton. Eugen Roth.

Mehr in Teil zwei.

Herbert Braun

In den Druckwalzen

Feigenblatt, CeBIT, c’t-Titelgeschichte, Schnupfen, alles überstanden. Am interessantesten davon ist natürlich Feigenblatt 11, das seit Donnerstag Morgen in Hannover-Südstadt über die Druckwalzen rollt, lackiert, geschnitten, gefaltet und getackert wird. Nächstes Wochenende soll’s fertig sein. Immer sehr aufregend, sowas.

Ich bin gerade sehr wochenendbedürftig, daher nur kurz: Es ist ein ungewöhnliches Heft, denn es gab ziemlich viel zu sagen zum Thema Pornografie. Außerdem haben wir Fotos von … Ach, jetzt nicht. Demnächst mehr.

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Gerade kommentiert

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