
Für Wienerinnen und Wiener gibt es an diesem Wochenende eine interessante Veranstaltung: Im Rahmen der Spa Health & Beauty findet ein Sexualkongress zum Thema Sexualität, Partnerschaft, Spiritualität & Gesundheit statt. Das Vortrags- und Rahmenprogramm mit den Schwerpunkten “erfüllte Partnerschaft, lebendige Sexualität und gelungene Beziehungen” wendet sich vor allem an Paare. Die Referenten und Experten laden zu Vorträgen, themenbezogenen Filmen, Workshops und Diskussionen sowie Bühnenshows ein, darunter auch Tango und erotische Kunst.
Hier ein paar Highlights aus dem Programm:
- zur Eröffnung zeigt Kabarettist Bernhard Ludwig (Anleitung zur sexuellen Unzufriedenheit) Ausschnitte aus seinem neuen Programm “10in2 – LustvollLeben” (Freitag, 26.2., 11:30)
- über die neuesten Trends bei Love-Toys und Erotik-Acessoires spricht Judit Rabenstein, Gesellschafterin von österreichischem Erotik-Lifestyle-Unternehmen Magnolias (Freitag, 26.2., 16:30)
- zwei Tantra-Workshops finden am Samstag statt: „Tantra ist Ausdehnung“ (12:30) und „Tantra – Übungen und Rituale im sexuellen Yoga“ (15:30, beides Samstag 27.2.)
- hitzige Debatten gibt es sicher bei der Podiumsdiskussion über die Chancen und Risiken von Intimchirurgie – in der Runde sitzen ein Facharzt, ein Medizintechniker, eine Tantra-Lehrerin sowie Judit Rabenstein von Magnolias (Sonntag, 28.2., 14:00)
Das vollständige Programm findet sich auf der Messe-Webseite. Dort gibt es auch einen 2-Euro-Rabattgutschein auf das Kombiticket für 13 Euro – dieses gilt für alle drei Tage und berechtigt auch zum Besuch der Spa Health & Beauty. Schade, dass wir nicht dabei sein können, aber der Feigenblatt-Redaktionsschluss hat Vorrang.
Allen Freunden des Hinterteils, Gesäßes, Popos, Arsches (mein Synonymwörterbuch hätte da noch einiges in Petto, aber das erspar ich uns allen und den lieben Kindern zuhause jetzt mal) sei der heutige Arte-Themenabend ans Herz gelegt.

Blickfang Po – eine kurze Geschichte des Hinterteils beginnt um 22:15 und schon die Vintage-Fotogalerie macht ja einen sehr vielversprechenden ersten Eindruck.


In diesem Sinne: Viel Spaß heut Abend, Freunde des Mokkastübchens!
(Excusez-moi beaucoup, ich konnte grad nicht anders)
via: Arte auf Facebook, wo sich gerade alle die Köpfe einschlagen über Jugendschutzfragen
Heute startet das zweite Fetisch Film Festival im hohen Norden! Vom 29. bis 31. Oktober werden im Kieler Traum-Kino Erotik-Kunstwerke gezeigt, die sich mit sexuellen Fetischen und der Inszenierung von Machtspielen beschäftigen. Zu allen Raritäten, die meist auf Englisch laufen, gibt es eine anschließende Publikumsdiskussion. Die Regisseure Frank-Peter Lenze („Der Pfandlaie“), Florian Mengel und Mike Fuhrmann („HardsCore“), Julie Simone („Service“) und Susanne Klein („Strenges Theater“) sind zu Gast, ebenso die Femdom-Bloggerin Domenique und ihr Sekretär aus der Schweiz. Abgerundet wird das dreitägige Festival durch die SM-Party FETISCH-TRAUM, zu der wieder über 300 Leute in Lack und Leder erwartet werden.
Das vollständige Programm ist zu finden auf www.fetisch-film-festival.de

Auch in diesem Herbst reiht sich in Berlin wieder ein Erotik-Event an das andere. Das ist eine gute Sache für alle, die extra dafür in die Hauptstadt reisen. Ich persönlich (als jetzt-wieder-Berlinerin) würde eine Verteilung der Veranstaltungen übers Jahr vorziehen. Bevor ich mich aber ins verruchte Vergnügen stürze, hier die Tipps für die erste Woche.
Beginn macht wie immer die (größte europäische) Erotikmesse Venus am Messegelände unterm Funkturm. Am Freitag gehts los, Fachbesucher dürfen schon am Donnerstag rein. Zu den Neuerungen in diesem Jahr gehört die Ladies Area, in die nur Frauen Einlass haben – und ein paar Stripper. Nur so, ohne störende Betrachter, könnten “sie ihrer Ekstase freien Lauf lassen” – so die Macher als Begründung ihrer Initiative. Dass vielen Frauen bei der Betrachtung von Männern allen Alters (!), die alles fotografieren/anfassen, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist, die Lust vergeht, spielt vielleicht auch eine Rolle.
Freunde des erotischen Films, die sich nicht mit den Massenproduktionen abfinden wollen, die auf der Venus feilgeboten werden, können aber aufatmen. Zum ersten Mal findet dieses Jahr und noch vor dem Porn Film Festival (dazu mehr in der nächsten Woche) eine Würdigung von Feministischen, fairen Porno statt. Mit “PorYes” hat die Sexpertin Laura Méritt zusammen mit ihrem Netzwerk “Freudenfluss” den 1. Feministschen Pornofilmpreis Europas ins Leben gerufen, der als Gütesiegel und Orientierung für alle dient, die nach frauen- und paarfreundlichen Alternativen zum Mainstream-Porno suchen. Die Auster bekommen nur Produktionen verliehen, die sich “durch eine sexpositive Darstellung der vielfältigen Ausdrucksweisen weiblicher Lust auszeichnen”. Wichtig ist der Jury auch das maßgebliche Mitwirken von Frauen an der Produktion – und zwar nicht nur vor der Kamera.
Für die Preisverleihung am Samstag, den 17. Oktober in den Hackeschen Höfen, an der zahlreiche Filmemacherinnen (auch als Laudatorinnen) teilnehmen, gibt es noch einige Karten. Man kann aber auch nur zur anschließenden Party geben, die mit Perfomances, Verleihung eines Publikumspreises und den schillernden Gästern sicher eine scharfe Angelegenheit sein wird.
Tipp:
Wer für PorYes keine Karten mehr ergattern kann, und/oder trotz allem mehr über die Pornoindustrie erfahren will, kann sich bereits am Donnerstag beim Erotischen Salonkino im Moviemento die spannende Dokumentation “9 to 5, Days in Porn” anschauen.
Alle Österreicher (und solche, die ORF 2 empfangen) sollten sich den Montagabend rot im Kalender markieren:
Um 22:30 widmet sich das vierteljährlich ausgestrahlte Kulturmagazin diesmal ganz dem Thema “Liebe und Sünde”:
Richard David Precht, Philosoph und Autor von “Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?” und “Liebe – ein unordentliches Gefühl” erklärt, warum Liebesbeziehungen oft wie nach Drehbuch ablaufen, und was man tun kann wenn man das Gefühl hat, sich im falschen Film zu befinden.
Eva Menasse präsentiert ihren neuen Erzählband “Lässliche Todsünden”. Durch den Abend führen Dieter Moor und Gastkritikerin Sigrid Löffler.
Montag, 12. Oktober 22:30 ORF 2
Laura Méritts Erotikshop in Berlin-Kreuzberg präsentiert am 25. September ab 18 Uhr im Freuden-Salon in der Fürbringerstraße 2 ein Treffen im Rahmen des PorYes Festivals.
PorYes ist die erste feministische Pornofilm-Preisverleihung Europas, die am 17. Oktober in Berlin stattfindet. Ausgezeichnet werden Werke, die die Vielfältigkeit weiblicher Lust in sexpositivem Sinne darstellen.
In der hochkarätigen Jury sitzen neben Laura Méritt und der britischen Filmemacherin Petra Joy auch die amerikanische Grand Lady der Bewegung, Candida Royalle.
Ziel der PorYes-Bewegung ist eine Verbesserung der Qualitätsstandards des Genres sowie ein Gütesiegel für interessierte Konsumenten.
Der Freuden-Salon von Sexclusivitäten zeigt diesen Freitag einige der eingereichten Filme, der Eintritt beträgt drei Euro.

Bevor wir morgen endlich unseren wohlverdienten Urlaub antreten (sorry, liebe Besteller, wir sind die nächsten zwei Wochen nicht in Deutschland, die Auslieferung von Heften wird sich also verzögern) habe ich hier noch einen Tipp für alle Berliner und Berlin-Besucher:
Am nächsten Freitag findet hier die xplore statt, ein “Wochenende zur Kunst der Lust und Lust der Kunst”, eine Veranstaltung zu kreativer Sexualität, BDSM, Performance und Ritual. Über 20 Dozenten vermitteln in Workshops und Performances ihr Spezialwissen über SM und BDSM, Tantra, sinnlichen Tanz und vieles mehr.
Das Programm gliedert sich in die Bereiche “Praktiken der Kunst”, “Praktiken des Körpers” und “Pratiken der Liebe”. Dabei lernen die Teilnehmer zum Beispiel, dass Folgen und Führen Bestandteile des Tango aber auch des BDSM sind. Performerin Bridge Markland, die virtuos in ihren Bühnenshows zwischen den Geschlechtern wechselt, lehrt die Kunst des Zungenkusses, und Felix Ruckert, der bekannte Choreograph und Initiator der xplore, vermittelt einen ganz besonderen Tanz – den der Peitsche. Für zartere Gemüter stehen aber auch Anleitungen für sinnliche Massagen stehen auf dem Programm.
Allen Menschen, die sich näher mit ihrer Lust und Sinnlichkeit auseinandersetzen wollen, kann ich diese Veranstaltung nur ans Herz legen – als eine entspannnte und lustvolle Expedition in die Höhen und Abgründe menschlichen Erfindungsgeists in Sachen Sexualität. Die Workshops sind offen und bieten unkonventionell denkenden und liebenden Menschen jeder sexuellen Identität und Orientierung die Möglichkeit zur Teilnahme.
Das Programm gibt es auf www.xplore-berlin.de, Tickets sind aber nur noch vor Ort erhältlich.