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Feigenblatt 30 zum Thema „Scham“ ist da

heft30_001Wie läufst du denn rum? Schau dich doch mal an! Schämst du dich überhaupt nicht?
Scham ist das niederdrückende Empfinden, nicht richtig zu sein: hässlich, gierig, unscheinbar, zu viel oder zu wenig, zu fett oder zu dürr, und immer mit diesen peinlichen Bedürfnissen. Wie perfide, dass wir nach diesem Gefühl, das uns wie kein anderes von sexueller Erfüllung abhält, sogar die Geschlechtsteile benennen (vor allem die weiblichen): Schamhügel, Schamhaar, Schambein. Um diese doppelte Bedeutung der Scham geht es in Feigenblatt 30.
Wobei Matthias Saleem Riek der Scham auch Positives abgewinnen kann, denn sie funktioniert auch als Kompass fürs eigene Wertesystem. Und Theresa Grunwald erinnert daran, dass Scham der Einsatz für faszinierende Spiele und lustvolle Grenzübertretungen sein kann.
Janine Hug und Didi Liebold erzählen von ihrer Arbeit als Sexological Bodyworker, wo sie mit Jugendlichen über deren Scham reden und Erwachsenen helfen, sie in „vulvovaginalen Forschungsreisen“ zu überwinden.
Lust und Schmerz vermengen sich zu einer aufwühlenden Melange in „Die Berührung„, einem Vorabdruck aus einem großartigen Roman von Heike von Hoegaerden. Nicht weniger intensiv ist Stayhungrys überraschende Begegnung mit seiner Jugendliebe Isabella.
Zart schamhafte Bilder hat Sven Schwalm (nujolie) von Sophia gemacht. Äußerst weiblich sind die „magischen Blumen“ Hermann Försterlings. Abigail Ekue zeigt einen weiblichen Blick auf Männer – eine Seltenheit in der Aktfotografie.
Außerdem erlebt Andreas Noga den Wahnsinn im Supermarkt, denken Erophil über das schamhafte und -lose Weib in der Erotikliteratur nach, schämen sich Adam und Eva im „Kunststück“, schämt sich die Schönheit beim jungen Herrn Rilke, spielen wir mit Bronzevulven und Intimcolliers. Nicht nur, dass wir Bücher besprechen, die schärfsten Fernsehsendungen und Ausstellungen aussuchen – erstmals gibt es auch etwas zum Ausmalen! Dennoch kostet Feigenblatt 30 „Scham“ nicht mehr als 8 Euro, zu hinterlegen im Bahnhofsbuchhandel, im ausgewählten Erotikfachhandel oder hier bei uns.

Autor: Herbert Braun

Mitherausgeber des Feigenblatt Magazin und sowas wie der Chefredakteur.

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