Das aktuelle Feigenblatt

Frauen sind wunderbar - und manchmal auch sehr kompliziert. Das neue Feigenblatt versucht sich als Frauenversteher, zeigt Bilder der Weiblichkeit ohne Klischees, schreibt Liebeserklärungen in sinnlichen Geschichten - und sucht nach starken Gegenspielern für das wahre starke Geschlecht.
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Über Feigenblatt

Die schönste Zeitschrift für die schönste Sache der Welt - mit Kurz­ge­schichten, Essays, Aktfotografien und aktuellen Rezensionen. Das erotische Kultur­magazin für sie und ihn – alle drei Monate zu einem neuen Thema.

Archiv: Standard

Theresa

Kein Sex für Werder

Meiner Meinung nach ein großartiger Schachzug der zuständigen Werbeagentur: Bei einem Werder Bremen Spiel im Weserstadion lief vergangenen Sonntag in der Spielpause folgender Spot von Durex Play O, einem Stimulationsgel, das, so die Tagline, von Frauen entwickelt wurde, um Frauen glücklich zu machen.

Eigentlich doch wirklich brilliant: In wirklich schönen sexy Bildern, nah an der Zielgruppe (dem grobmotorischen Fußballfan?) und naja, dagegen, dass Frauen glücklich gemacht werden, kann doch eigentlich auch niemand was haben. Sollte man doch eigentlich meinen.

Noch am selben Tag hagelte es Beschwerden bei Ulrike Hauffe, der Frauenbeauftragten der Stadt Bremen. Weibliche Zuschauerinnen hätten sich beschwert, dass diese “sexuell aufgeladenen Bilder” Kindern und Jugendlichen vorgesetzt worden wären, eine Frau habe es unmöglich gefunden, ‘dass ich mich in diesem Umfeld aufklären lassen muss, wie ich besseren Sex habe’.

Ist es mit der vielerorts beschwörten Pornographisierung unserer Gesellschaft so weit gekommen, dass wir uns von hübschen, sich verziehenden Gesichtern angegriffen fühlen müssen? Beschwert sich oben zitierte Dame auch bei Lätta darüber, wenn die sie per Werbung darüber aufklärt, wie sie besser frühstücken kann? (Nur so zum Beispiel).

Macht euch mal locker, liebe Werderanerinnen. Vielleicht hilft ja der grobmotorische Fußballfan an eurer Seite dabei – oder das Zauberprodukt von Durex.

via: Weser Kurier

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Theresa

Come as you are

Während das Feigenblatt-Team gerade vollkommen entspannt die Endphase für die neue Ausgabe meistert, vereinsamt der Blog geradezu stiefmütterlich.

Zur Einstimmung auf Feigenblatt 21 – Zwischen den Ufern ein zur Abwechslung wirklich niedliches Erzeugnis von McDonalds.

(Für die Debatte rund um das Video bin ich momentan zu müde und finde es deswegen einfach nur süß. Lässt sich aber alles bei der Huffington Post nachlesen.)

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Theresa

Sex mit Madonna

“Sex mit Madonna fühlt sich an, als würde man mit einem Stück Knorpel kuscheln” soll Guy Ritchie damals im Scheidungskrieg verlautet haben lassen. Harte Worte – aber vor ein paar Jahren sah die guteste tatsächlich noch ein bisschen gesünder aus.

SEX – Madonnas expliziter Bildband, ist inzwischen auch schon 18 Jahre alt, in Punkto Ästhetik und Provokation sieht man ihm das allerdings kaum an, wovon man sich hier überzeugen kann. Nein es ist nicht so sonderlich safe for work.

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Theresa

jagen und sammeln und…

Geographie Archäologie: Aufregendes Thema, oder? Anders gefragt:
Was genau sehen Sie auf diesem Foto?

Auf jeden Fall ist es ein Fund aus der Steinzeit, gemacht in Schweden. Und irgendwie optisch ansprechender als diese ganzen ollen Pfeilspitzen, die da sonst meist so ans Tageslicht gebracht werden.

Erinnert an das Sortiment, dass bei Amazon unter der Rubrik “Badeartikel” vertrieben wird.
Produktbeschreibung: 4-6000 Jahre alter Designklassiker, 10,5 cm lang, 2 cm dick und aus geschnitztem Knochen. Leicht zu reinigen, spritzwassergeschützt, bestens geeignet zur entspannenden Nackenmassage ihrer Steinzeitfrau nach einem langen Tag des Höhlebewachens.

Ich sag doch: Geographie Archäologie ist total spannend.

via: SUNfiltered

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Theresa

Ist 40 das neue 20?

Das nämlich behauptet der deutsche Untertitel von “Cougar Town”, einer Serie aus den USA, die seit vergangenen Sonntag auch auf Sat 1 läuft.

Cougars, engl. “Silberlöwen” sind das weibliche Pendant zum lüsternen alten Sack. Frauen, die schon ein bisschen jenseits der 25 sind – und sich gern was niedliches nettes für zwischendurch angeln.
Das ist, hab ich damals bei diesem Sexualkongress im Vortrag von Dr. Schmutzer gelernt, eine evolutionsbiologisch wahnsinnig sinnvolle Angelegenheit. Hat was mit Hormonkurven zu tun, die bei jungen Frauen und älteren Männern, und eben auch bei, eh, mitteljungen Frauen und jüngeren Männern relativ ähnlich verlaufen.

Die Serie ist jedenfalls ziemlich lustig, auch wenn, ganz ehrlich, gar nicht soooo viel “Cougar”-eskes passiert – was die lustigen Sprüche und der scharfe Nachbar aber allemal wett machen.

Courteney Cox, die die weibliche Hauptrolle spielt, macht jedenfalls einen charmanten Eindruck. In einem Interview mit der Ösi-Intouch Seitenblicke sagte sie unlängst:

“Ich bin der Meinung, dass Frauen aufhören müssen, sich schuldig zu fühlen, weil sie älter werden. (…) Ich habe auch Botox ausprobiert und es gehasst.” aber auch “Manchmal ist es hart, nicht mehr das heiße junge Ding zu sein” – außerdem gibt sie zu, dass Sport ihr auch keinen Spaß macht, und es ihr verdammt schwerfällt, fit zu bleiben.

Sympathisch, so viel Ehrlichkeit, oder? Wenn Vierzig werden heißt, nicht mehr drum rum zu labern: Ich bin dabei!

Cougar Town, Sonntags 22:15 auf Sat 1

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Theresa

Du hattest eine rote Jacke an

Weißt du noch, auf dem Festival letztes Wochenende? Who made Who haben Satisfaction gecovert und ganz kurz waren alle ganz glücklich und haben ganz laut mitgeschrien. Du bist größer als ich und dein schwarzer Lockenkopf mit den grauen Strähnen hat mich ganz willenlos gemacht und tanzen kannst du auch und was das bedeutet kann man schließlich in jeder beliebigen Frauenzeitschrift nachlesen. Unsere Kinder wären sehr schön und groß gewachsen und immer gut angezogen, und den ganzen Tag würde gute Musik laufen in unserer Altbauwohnung mit Designklassikern vom Sperrmüll.

Leider hatte die Band dann zuende gespielt und wir sind in verschiedene Richtungen gegangen zum Bier holen und dann war es dunkel und wir werden uns wahrscheinlich nie mehr wiedersehen.

Jeder kennt diese Momente, und die Welt wäre eine viel einfachere, wenn man wie an der Supermarkttheke unverblümt sagen könnte, was man will – 85 Kilo Männerfleisch, Freilandhaltung, ja, das Rückgrat dranlassen bitte, und wenn Sie noch eins mit Grübchen und umfassenden HBO-Serienwissen dahätten, dann nehm ich das, danke.

Doch das Leben ist kein Biobauernhof und schon gar keine Fleischfachverkaufstheke und die verpassten Momente kommen kommen nicht mehr zurück, und er ist ja der Typ, der hätte mich ja ruhig auch selber ansprechen können oder?

Berlin ist da – wie meistens – einen Schritt weiter. In der Rubrik Meine Augenblicke der BVG kann man sich registrieren und die Schnitte aus der Ubahn suchen, deren morgendliches Lächeln einen für den ganzen Arbeitstag beflügelt hat.

wie jeden tag sitze ich in der U2. es ist heiß und ich habe die zeitung vergessen. am wittenbergplatz stiegst du zu und setzt dich links neben mich. schwarze bluse, cremefarbene hose, schwarze flip-flops und ich glaube blaue augen – du warst einfach schön. ich bin völlig vernagelt und mir wird in meinem schwarzen anzug mit grauem hemd noch wärmer. wieso bin ich, scheinbar ferngesteuert von der täglichen routine, am potsdamer platz ausgestiegen und habe dich wegfahren lassen?
von einem gemeinsamen kaffee bleibt mir jetzt nur der wuschtraum… und die hoffnung, dass du diesen eintrag liest!

Liegt es an meinem Faible für auswegslose spontane Alltagsromantik, oder bricht das noch jemandem außer mir das Herz?
Anscheinend ja. Die Idee der BVG stammt wie so vieles aus New York, wo in der “Missed Connections”-Rubrik der Craigslist Stoff für mindestens viereinhalb Romane zu finden ist.

Oder für Missed Connections NY, einen extrem superen Blog, der genau solche Anzeigen illustriert.

Coole Menschen hätten den Typen mit dem Tattoo oder das Mädchen mit den blauen Augen wahrscheinlich einfach direkt angesprochen. Alle anderen murmeln ihnen online ein verlegenes thanks for existing hinterher. Denn die Liebe hat nichts mit coolsein zu tun. Sonst könnte man sie ja wohl an der Fleischtheke kaufen.

via: Missed Connections NY

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Theresa

Rosa Viagra, Pt. 2

Wie vor, mei, genau einem Monat – hier berichtet – hat der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim quasi durch Zufall eine Lustpille für Frauen entwickelt, die ihre Wirkung im Gegensatz zum klassischen Viagra nicht an den Genitalien direkt, sondern auf das Gehirn auswirkt. Was uns das in Punkto “schwanzgesteuert” sagt, sei dahingestellt – in einem Interview mit dem Sexblog der Zeit berichtet die Berliner Partnerschaftstherapeutin Berit Brockhausen:

“Mich ärgert, dass durch die Medikalisierung das schon lange wiederlegte Triebkesselmodell der Lust erneut Nahrung bekommt. Es impliziert, dass jeder und vor allem jede, die nicht spontan geil ist, einen Defekt hat, der medikamentös ausgeglichen werden kann und muss. Doch die Lust auf Sex entsteht nicht von selbst, sondern durch die Beschäftigung mit Sex. Sei es durch einen anregenden Anblick, vergnügliche Fantasien oder Gedanken an Sex, oder auch stimulierende Berührungen, die genossen werden können.”

Sexuelle Unlust als Krankheit zu titulieren, wie es die Pharmaindustrie tut, impliziert ja, dass etwas falsch läuft mit einer Frau die nicht möchte, und das wiederrum könne zu starken Selbstzweifeln führen, so Brockhausen:

“Wieso macht mich das jetzt nicht an, ich müsste das doch erotisch finden, alle anderen finden das geil, nur bei mir ist mal wieder gar nichts, er wird sicher enttäuscht sein, aber ich kann ihm doch nichts vorspielen, oder vielleicht doch? Aber …”

So oder so: das Produkt wurde von der US Food and Drug Administration abgelehnt – Begründung: die Ergebnisse der Studien seien einfach nicht signifikant genug.

Was ich Ihnen an dieser Stelle nicht vorenthalten möchte: ein Interview, das ein Kollege von Vice Deutschland mit einer Pressesprecherin von Boehringer-Ingelheim führte.

VICE: Hallo Frau Seefeld. Ich möchte Sie gern zu ihrem neuen Produkt Flibanserin interviewen. Haben sie ein wenig Zeit für mich?

Seefeld: Was wissen Sie denn über das Produkt?

Nun ja, Ich bin über ein paar englischsprachige Artikel darauf aufmerksam geworden, habe aber noch keine offiziellen Stimmen ihrer Firma gefunden. Ich dachte Sie könnten mir ein paar Fragen beantworten. Wie funktioniert dieses Medikament denn?

Also Flibanserin hat auf keinen Fall was mit Viagra zu tun. (das Wort “Viagra” hatte ich bis dahin noch gar nicht erwähnt) Wie wäre es, wenn ich Ihnen eine Informationsmappe zukommen lasse?

Nein, ich wäre eher für das Interview jetzt. Ich habe Bio in der zehnten Klasse abgewählt, Sie werden mir nun keine schwierigen Fragen beantworten müssen. Wirkt Flibanserin auf psychischer oder physischer Ebene?

Ich möchte lieber noch einmal einen Schritt zurück machen. Was planen Sie denn überhaupt für eine Berichterstattung? Ich war gerade mal auf ihrer Homepage und fand nicht, dass wir da so gut reinpassen, ihre Zielgruppe sind doch eher pubertierende männliche Jugendliche, wenn ich das richtig gesehen habe… warum wollen Sie uns denn überhaupt interviewen?

Ich glaube, dass es sich hier um ein Produkt handelt, das durchaus viele unserer Leser interessant fänden. Außerdem war das Interview doch jetzt schon länger geplant. Haben Frauen überhaupt Potenzprobleme?

Hören sie, wir hatten am 10. Juni ein öffentliches Hearing des Zulassungsprozesses, der nicht besonders positiv für uns ausgefallen ist …

Ja eben, deshalb rufe ich ja an. Ich hatte einfach den Plan eines Artikel in Form eines Interviews über dieses Produkt, weil es doch …

(unterbricht) Genau, aber wenn ich sage, dass die Pressestimmen aus Amerika nicht besonders positiv waren, dann… wollen Sie wirklich ein Interview über ein Produkt, von dem Sie gar nicht genau wissen ob es auf den Markt kommen darf?

Warum denn nicht? Also fangen wir doch gerne einfach dort an: warum gibt es Probleme mit der Zulassung?

Es geht um verschiedene Zulassungsprozesse mit Expertenhearings, wo Besucher sich anmelden können, wo Gäste geladen werden, die sich dann zu dem Produkt äußern können. Das waren in unserem Fall Gynäkologen, Biostatistiker…

Und da gab es dann Proteste? Unerwartete Schwierigkeiten?

Also—ich weiß nicht ob Sie sich das vorstellen können—wir hatten ja vor 12 Jahren Viagra. Und da ist die Haltung gegenüber unseren Medikamente noch immer ein bisschen negativ behaftet, uns wird da eine extreme Haltung vorgeworfen …

Inwiefern “extrem”? Warum denn?

Ich möchte mich da eher noch mal mehr auf Ihre Fragen vorbereiten können… wie wäre es wenn Sie mir die zukommen lassen? Es gibt übrigens einen sehr guten Artikel über uns in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Aha. Also mir ging es eigentlich nur um ein paar kleine Fragen, die sich mir gestellt haben, als ich auf das Thema gestoßen bin. Mich interessiert vor allem auch die Notwendigkeit des Produkts, können Sie mir dazu etwas sagen?

(lacht verlegen, stottert)

Weil, ich hatte das nicht ganz verstanden—Frauen haben doch eigentlich keine Potenzprobleme, wenn ich das richtig sehe. Wozu dann das Medikament?

Ähm… wollen wir es vielleicht so machen… ich möchte da jetzt nicht so gern in ein Interview mit Ihnen hinein geraten…

Nein?

(lacht unsicher)

Warum nicht?

Äh… zum Einen habe ich Ihnen gerade gesagt, dass wir die Interviewanfrage ein bisschen nach hinten schieben müssten… ich würde Ihnen vielleicht mal einen Link schicken, wir haben da ziemlich viel Material.

OK. Ich dachte, Sie könnten mir jetzt einfach nur ein paar simple Fragen beantworten. Ein Bericht wäre ja vielleicht auch für Sie interessant, wir haben eine große Leserschaft.

Ich schicke Ihnen jetzt noch eine Mappe zu und dann terminieren wir das noch mal richtig …

Aber wir haben doch genau jetzt einen Termin, oder? Ich verstehe das nicht ganz?

… und es gibt da auch noch einen wirklich großartigen Artikel in der F.A.Z.!

So. Wissen wir das jetzt also auch (nicht). Mal sehen, wann es neues aus der Produktschmiede rund um die Volkskrankheit Weibliche Sexuelle Dysfunktion gibt – mit Gewinnspannen um die zwei Milliarden US-Dollar ist das Thema finanziell schlicht zu reizvoll, um einfach so fallen gelassen zu werden. Bis dahin bleibt uns wohl nur Frau Brockhausens guter Rat, sich mehr mit dem Thema Erotik auseinanderzusetzen – wer hier hat eigentlich noch kein Feigenblatt Abo?

via: Vice Deutschland und man muss ja nicht immer reden.

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Theresa

Psssst!

Your secret from Jean-Sebastien Monzani on Vimeo.

via: Stylespion

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