Das aktuelle Feigenblatt

Leidenschaft, Verzückung und Seligkeit: Sex und Religion haben manches gemeinsam, sind sich aber oft spinnefeind. Das Feigenblatt geht dem Verhältnis zwischen Glaube und Lust auf den Grund und wirft einen Blick auf andere religiöse Traditionen.
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Über Feigenblatt

Die schönste Zeitschrift für die schönste Sache der Welt - mit Kurz­ge­schichten, Essays, Aktfotografien und aktuellen Rezensionen. Das erotische Kultur­magazin für sie und ihn – alle drei Monate zu einem neuen Thema.

Archiv: Feigenblatt on Tour

Herbert Braun

Venus: Letzter Tag & Nachlese

Mit einem Tag Verspätung der Rest der Venus. Am Sonntag ging denn auch nicht mehr viel bei uns. Ich hatte morgens ein interessantes Interview (mehr verrate ich erst im nächsten Feigenblatt), während Anja noch ein paar Stände besucht hat – zum Beispiel die frauenbewegten Vibrator-Herstellerinnen Natural Contours oder Bijoux Indiscrets. Die Accessoire-Designer aus Europas heimlicher Hauptstadt der kultivierten Lust, Barcelona, hatten allerdings sichtlich Mühe, sich gegen vier Tage Live-Strips und nordeuropäisches Klima zu behaupten.

Auch uns dröhnten die Köpfe, und obwohl ich mir noch ein paar Sachen gerne näher angesehen hatte (zum Beispiel die Luxus-Spielzeuge von Shiri Zinn oder die vibrierenden Handschuhe oder das kitzlige iPod-Zubehör von OhMiBod, deren Hersteller wir bei einer kleinen Party von Wolwin/Sinfive kennen lernen konnten), flüchteten wir Sonntag Mittag aus der Sexhölle. Allerdings hätten wir noch ein paar Nachträge vom Samstag, etwa die lernfähigen Intimmasseure von SaSi aus London (die in Echt viel besser aussehen als auf diesem lausigen Foto):
SaSi
Das Gerät probiert ein paar zufällige Bewegungen aus, die einen Cunnilingus simulieren, und die Trägerin äußert per Knopfdruck, ob es ihr so gefällt oder nicht. Der Witz lag natürlich nahe, dass sich SaSi von Männern vor allem durch seine Lernfähigkeit unterscheidet … Massage-Öle und Gleitmittel sind vielleicht nicht so aufregend, aber zwei Hersteller haben mich überzeugt, dass ihre Produkte keinen Mist enthalten und auf künstliche Parfüme verzichten – zum einen Swede (die Website ist derzeit offline) …
Swede
… zum anderen Intimate Organics aus Ontario/Kanada (ebenfalls “under construction”):
Intimate Organics
So, genug Venus für dieses Jahr. Zum Ausklang ein Moment von Ruhe und Einkehr – die Herausgeberin mit einer Massagekerze von B Swish:
Anja Braun

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Herbert Braun

Venus, dritter Tag

Auflösungserscheinungen setzen ein, bei uns ebenso wie bei der Messe selbst. Am Samstag Nachmittag traten die ersten Aussteller vorzeitig den Heimweg an, während sich anderswo die Gaffer auf die Füße traten und jedes Bierchen die Reeperbahn näherbrachte. Zwei einsame Männlein demonstrierten vor der Messe und warfen mal schnell Pornografie, Vergewaltigung und Kindsmissbrauch in einen Topf. Dann doch lieber Spanner, Stripperinnen und Umz-Umz-Musik. Unter deren Einfluss reichen wir ein Foto des Fun-Factory-Standes nach:
Fun Factory
… und hier noch eins von Sinfive (wo, wie gesagt, auch unsere Hefte ausliegen):
Sinfive
Big Teaze Toys aus den USA kennt man vor allem für die lustigen kleinen Entchen, die nicht nur in jede Badewanne Hochstimmung bringen. Die neue Produktreihe mit Metall-Korpus geht es wesentlich gediegener an:
Big Teaze Toys
Mystim sind Experten für kitzlige Ströme (die völlig harmlos sind, wenn man die Elektroden nicht gerade über den Herzschrittmacher pappt). Die Geräte, die man auch für sanfte SM-Spielchen nutzen kann, stammen aus der Medizinindustrie.
Mystim
Ein erstaunlich breites Angebot an erotischer Wäsche hat Eros Veneziani – die Italiener bedienen Männer, Frauen, Schwule und SM-Freunde gleichermaßen mit Dessous von verspielt bis derb.
Eros Veneziani
Romantische Spiele, Geschenke und Accessoirs vertreibt Lover’s Choice aus Arizona.
Lover's Choice
Aus edlem Stahl fertigen njoy aus Los Angeles ihre Dildos und Anal-Plugs.
njoy

Während Anja auf einen Branchentreff der Frauenerotik-Branche entschwand, unterhielt ich mich am Abend noch mit ein paar anderen Anbietern – zum Beispiel Aneros aus Houston/Texas, die als Ableger einer Firma für medizinische Prostata-Massagegeräte vor ein paar Jahren entdeckten, dass nicht alle ihrer Kunden ein Gesundheitsproblem hatten und seither ihre Produkte auf zwei Schienen vermarkten. Jedenfalls scheint hinter den kleinen Hartplastik-Kunstwerken eine Menge Forschungsarbeit zu stecken.
Aneros
Neu auf dem Markt sind Joya aus Tel Aviv. Mit Dildo, Vibrator, erotischem Kochbuch, T-Shirt und Schmuck sprechen die Frauen aus Israel die sinnlichen Bedürfnisse ihrer Kundinnen auf breiter Ebene an.
Joya
Morgen riskieren wir nochmal einen kurzen Gang in die unheiligen Hallen – falls die Porno-Meute davon noch etwas übrig gelassen hat …
Venus 2008

Herbert Braun

Venus-Messe, Tag zwei (mit Fotos!): The Loudest Sex Ever

Vermutlich war ich der einzige männliche Venus-Besucher, der noch keine der zahllosen Stripperinnen und Porno-Berühmtheiten fotografiert hat. Als kleinen Ersatz präsentieren wir Ihnen diese PVC-Beauties:
Gummipuppen
Edel und stylish sieht der Lelo-Stand aus. Stellen Sie sich dazu bitte wummernde Dorfdisco-Musik von den Live-Shows der Nachbarstände vor. Gegenüber verteilt man Ohrstöpsel, “For the loudest Sex ever”.
Lelo
Ruhiger geht’s bei Glassvibrations (Halle 21A, Stand 12) zu. Neu im Programm der Glasdildo-Hersteller sind diverse Obst- und Gemüseformen.
Glassvibrations
Das erinnert natürlich an SelfDelve, deren handgearbeitete Silikon-Kunstwerke zum Solo-Erntedankfest einladen. Die Frau hinter dem Lustgemüse, Anja Koschemann aus Leipzig Dresden, trafen wir zusammen mit Silke Maschinger, Sex-Coach und neuerdings Buchautorin.
Ein Zufallsfund waren die schönen Wäschestücke von Love from Holland (Halle 21A, Stand 25) aus Amsterdam, die kokett und verspielt sind, ohne nach Berufskleidung auszusehen.
Love from Holland
Aus Los Angeles kommen B Swish, die zeitlos schlichte (und dank Akku wieder aufladbare) Spielzeuge gestalten – zum Beispiel einen gekrümmten Vibrator oder einen Auflege-Brummi.
B Swish
“So klein ist der!”, rief die Herausgeberin beim Anblick des We-Vibe (Halle 22B, Stand 8). Das innovative Spielzeug, über das wir im letzten Feigenblatt bereits berichtet haben (ohne es in echt gesehen zu haben), gibt’s in Deutschland zum Beispiel bei Femme Fatale. Gemacht hat es übrigens ein kanadischer Ingenieur mittleren Alters zusammen mit seiner Frau. Man sieht, ich eigne mich nicht zum Foto-Journalisten …
We-Vibe
Was es hier nicht zu sehen gibt, ist die Neuheit, die Alexander Dorn von der britisch-österreichischen Firma PVibe (Halle 18, Stand 42) demnächst auf den Markt bringen will. Der Experte für fein verarbeitete Metallspielzeuge will seine neueste Erfindung nämlich lieber noch eine Weile geheim halten – und deshalb erzählen wir jetzt nicht mehr davon, obwohl wir gerne würden.

PS: Gerade hören wir von einem unglaublichen Skandal: Bei einer der Live-Shows soll tatsächlich auf der Bühne kopuliert worden sein. Und das auf einer Erotikmesse! Das Zitat von Venus-Macher Schaffrath “Wir wollen eine seriöse Messe sein” hat uns echt den Abend gerettet.

Herbert Braun

Venus-Messe, erster Tag

Im dritten Feigenblatt-Jahr ist es unser dritter Besuch auf der Venus, Europas größter “Erotik”-Messe in Berlin. Es ist und bleibt eine zwiespältige Veranstaltung mit endlosen Schlangen vor dem Einlass, horrenden Eintrittspreisen, wummernder Diskomusik, glotzenden Fotohandy-Benutzern vor blankziehenden Stripperinnen (am Fachbesuchertag, wohlgemerkt) und Park-Chaos. Überhaupt würde ich allen dringend abraten, mit dem Auto zur Messe zu fahren – auch Anja als echte Berlinerin ist im ersten Anlauf auf der Autobahn nach Magdeburg gelandet, der Straßenplan um die Messe ähnelt einem Strickmuster.

Trotzdem ist die Venus eine spannende Veranstaltung, für die wir auch unseren Besuch auf der leider gleichzeitigen Frankfurter Buchmesse abgebrochen haben. Hier begegnet man ungewöhnlichen Produkten und interessanten Menschen – von letzteren zum Beispiel der Filmemacherin Jennifer Lyon Bell, die demnächst ihren zweiten Art-Porno vorstellen wird, dem Hörbuchproduzenten Berthold Heiland von Fetischaudio oder Jürgen Brüning, dem Veranstalter des Porn Film Festivals, das uns nächste Woche zu einem weiteren Berlin-Besuch nötigen wird. Und immer wieder trifft man auf nette Überraschungen, zum Beispiel bei der Dildo-Manufaktur Holzlümmel (Halle 18, Stand 53) oder bei den Kollegen von den Schlagzeilen (in der Fetisch-Arena), die demnächst ihr 20-jähriges Jubiläum als SM-Zeitschrift feiern.

Neue Spielzeuge haben wir uns auch angesehen. In chronologischer Reihenfolge: Lelo (Halle 18, Stand 40), die schwedischen Edel-Designer, arbeiten an einer Männerkollektion, von der nach einem Anal-Plug nun auch ein vibrierender Penisring mit dem schönen Namen “Bo” erschienen ist. Spielzeuge für Männer sind ein Markt, den sich die Hersteller derzeit zu erschließen versuchen, weshalb ich mich schon auf ein Interview mit einem der Lelo-Produktentwickler am Sonntag freue – schließlich hat das nächste Feigenblatt das Thema “Männer”.

Fun Factory (Halle 20, Stand 58/59), in Deutschland Pioniere für hochwertige Selbstverwöhner, kommt mit einigen Neuigkeiten nach Berlin. Der Vibrator Smartvibes Booster zum Beispiel bringt eine Art Turbo-Taste, die das von vier AAA-Batterien gespeiste Gerät heftigst zum Vibrieren bringen. Wie bei den Minis von Fun Factory bedient frau den Booster mit Tasten; er ist komplett wasserdicht und nicht nur spritzwassergeschützt wie die älteren Modelle. Die neuen Smartballs “tumeo” geben die Bewegungen ihrer Trägerin noch besser an die Beckenbodenmuskeln weiter und sind mit einem robusteren Gummiband ausgestattet. Außerdem wendet sich eine “Mono”-Ausführung mit nur einer Kugel (statt der “Duo”-Variante mit zwei verbundenen Kugeln) an enger gebaute Frauen. Eher für äußere Anwendung empfiehlt sich dagegen der Kissable Glamour Powder mit Erdbeergeschmack, der derzeit testweise in vielen Apotheken verkauft wird.

Sinfive (Halle 21A, Stand 38) vermarktet nicht nur eigene Produkte, sondern auch die medizinischen Gleitgele von D’Laros und die wunderbaren und originellen Bijoux Indiscrets aus Barcelona – und außerdem gibt es auf dem Sinfive-Stand eine ältere Ausgabe eines gewissen Erotikmagazins kostenlos zum Mitnehmen … Besonders stolz waren die Bremer auf ihren neuen “Lovepearl Emigi”, einen niedlichen Mini-Beckenmuskel-Trainer, dessen Form den einen an eine Maus, den anderen an eine Erdnuss erinnert. Eine Besonderheit des Emigi (was auf Esperanto “sich lieben” heißt, habe ich mir sagen lassen) ist die antibakterielle Beschichtung, die durch Ionisierung des Elastomers erreicht worden sein soll. Den Emigi gibt’s einzeln oder im Dreierpack in unterschiedlichen Gewichten.

Und morgen machen wir auch ein paar Fotos, versprochen.

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Herbert Braun

Kleine Auszeit

In den nächsten zwei Wochen wird auf diesen Seiten ziemlich wenig los sein: Damit wir in Feigenblatt 12 qualifiziert über das Thema Freiluftliebe berichten können, unternehmen wir eine Forschungsreise gen Süden. Falls unser tiefergelegter Renn-Kangoo (schafft fast 140 Sachen) nicht das gleiche Schicksal erleidet wie jüngst ein anderer Sportwagen in dieser Gegend, werden wir nach Pfingsten unsere Forschungsergebnisse wie gewohnt in Heft und Blog verarbeiten.

Herbert Braun

Lesungsnachlese

Liebhabereien-Lesung April 2008
Die Lesung letzten Donnerstag hat großen Spaß gemacht, ich hoffe, es ergibt sich wieder mal eine Gelegenheit, mit Wiebke Eymess und dem Musiker Sebastian Benedict aufzutreten. Wie schon beim letzten Mal vor zwei Jahren war das Publikum sehr nett zu uns – jeder musste noch eine Zugabe geben, auch Wiebkes Ukulele kam noch zum Einsatz.

Tut mir leid wegen des grünen Bleistifts in meiner Jackettasche. Vielleicht bringe ich ihn bei Gelegenheit zurück.

Herbert Braun

Donnerstag live

Statt dieses Blog zu pflegen und zu streicheln, wie es das verdient, habe ich die letzte Woche (okay, einen kleinen Teil davon) damit verbracht, eine Geschichte zu schreiben. Zum einen, weil ich auch mal wieder ins Feigenblatt will (das letzte Mal ist schon ein Weilchen her – ich hoffe, die Herausgeberin akzeptiert meine Einsendung), aber auch, weil ich nächste Woche auf einer erotischen Lesung in Hannover auftrete und dort nicht nur olle Kamellen lesen möchte.

Große Worte, kleine GitarreIch werde mir die Bühne mit einem Musiker teilen, den ich nicht kenne (von dem ich aber nur das Beste gehört habe) und mit Wiebke Eymess. Wiebke schreibt nicht nur ganz ungewöhnliche sinnliche Geschichten (siehe Feigenblatt 10, “Konterfei”), sondern hat auch noch bemerkenswerte andere Talente. Und wenn das Publikum auch nur halb so nett ist wie beim letzten Mal, wird das ein wunderbarer Abend (jedenfalls für mich).

Herbert Braun

Zurück vom kleinen Osterurlaub

… aber die Feigenblatt-Themen holen einen auch in der hintersten Ecke Deutschlands* ein.
MS Pornstrom auf großer Fahrt
*ist nicht böse gemeint, liebe Nordfriesen. Es war schön bei euch.