Das aktuelle Feigenblatt

Unsere Haut vermittelt den Reiz der Berührung, trägt die Schönheit nach außen. Seidenweiches Kopfhaar gilt als Kennzeichen hinreißender Weiblichkeit – doch muss der Körper wirklich haarlos sein? Das neue Feigenblatt mit hautnahen, haarigen und leidenschaftlichen Geschichten und Bildern.
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Über Feigenblatt

Die schönste Zeitschrift für die schönste Sache der Welt - mit Kurz­ge­schichten, Essays, Aktfotografien und aktuellen Rezensionen. Das erotische Kultur­magazin für sie und ihn – alle drei Monate zu einem neuen Thema.

Herbert Braun

Feigenblatt 11, Teil 1: Ist Porno böse?

Nun ist Feigenblatt 11 ja jetzt kein ganz so großes Geheimnis mehr. Trotzdem gibt es so viel darüber zu sagen, dass ich hier gleich ein Doppel-Blog-Posting mache.

Es hat sich früh abgezeichnet, dass dies ein ungewöhnliches Heft werden würde: Nie hatten wir so viele Essay-Einsendungen, nie so eine lange Liste an Wunsch-Interviewpartnern (und dass uns die Emma auf unsere Interview-Anfrage nicht einmal geantwortet hat, war auch zu verschmerzen).

Und dann all die Fragen: Ist Porno böse oder harmlos? Macht es Sex kaputt oder erst richtig gut? Wie findet man gute Pornos? Wie sehen Pornos für Frauen aus, wollen Frauen überhaupt Pornos? Wie schützt man die Jugend? Inwiefern verändert uns, dass wir jederzeit ohne Anstrengung tonnenweise Großaufnahmen von Geschlechtsteilen anschauen können?

Obwohl wir noch nie so viele Essays und Interviews hatten, könnten wir locker nochmal ein Heft zum Thema machen, denn Dinge wie die Mechanismen der Pornoindustrie oder Porno im Web 2.0 sind für meinen Geschmack zu kurz gekommen.

Geredet haben wir unter anderem mit Petra Joy, Pornofilmerin und Feministin; Dian Hanson, Herausgeberin der Erotikreihe im Taschen-Verlag; Wolfgang Büscher, Sprecher des Kinder- und Jugendhilfswerks Arche. Dr. Corinna Rückert, Romanautorin und Kulturwissenschaftlerin, klärt das Grundsätzliche, und eine junge Frau aus Berlin erzählt, wie sie die Dreharbeiten zu Petra Joys letztem Film erlebt hat.

Viel Text, genau wie in diesem Blog (das war jedenfalls die Reaktion, als ich neulich auf einer Party das Heft herumgezeigt habe. Die Leute sind es nicht mehr gewohnt, dass in einer Zeitschrift tatsächlich etwas drinsteht).

Es gibt aber auch Bilder, und was für welche. Roy Stuart ist für mich (und den Verkaufszahlen seiner Bücher nach für eine Menge anderer Leute) der großartigste Erotikfotograf der Gegenwart. Das irritiert, erzählt Geschichten, ignoriert Konventionen. Ganz und gar unbekannt ist der andere Fotograf im Heft, der sich Froodmat nennt – und dem an einem ganz besonderen Tag seines Lebens erstaunliche Bilder von Hingabe und Leidenschaft gelungen sind. Ich denke, Roy Stuart wird eher Männer ansprechen, Froodmat eher Frauen.

Die Stammleser werden Asteria ja bereits kennen, deren Geschichte sich mit ihrer ungewöhnlichen Sex-Konstellation völlig zwanglos über die Konventionen hinwegsetzt. Eine echte Entdeckung war für mich Billie Potts mit einer längeren Erzählung, die von einer ungewöhnlichen Hauptfigur, einer bildstarken Sprache und einer latenten sexuellen Energie lebt.

Und noch zwei ganz große Namen: Helmut Newton. Eugen Roth.

Mehr in Teil zwei.

Ein Kommentar zu “Feigenblatt 11, Teil 1: Ist Porno böse?”

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